Über uns

Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Dienstag, November 28, 2006

Fotos

Hay que volar (Man muss fliegen) - Leider auch in der Hinsicht, dass Doro bald heimfliegen muss!
Die Geburtstagskinder wurden von Jeanne mit einer Torte bedacht (mmmmmhhhhhh!)





Johanna in Pose mit dem Adventkalender

Hans, Bea und Ana-Mayra

"Partypeople"

Strandparty Ende November!

Olas muy grandes (sehr große Wellen)

Am Samstag begannen wir den Tag recht früh, da noch einiges zu erledigen war. Gleich als erstes passten wir Dani ab, um ihm den Adventkalender zum Geburtstag zu überreichen. Er hatte wohl überhaupt nicht damit gerechnet und schien sich recht zu freuen. Traurig war nur, dass das Wetter sehr schlecht war – es goß wie aus Kübeln. So fiel seine Geburtstagsfeier, die eine Grillfeier im Freien hätte sein sollen, ziemlich ins Wasser. Dann ging Maria schnell fürs Mittagessen einkaufen, wobei sie am Weg Doro traf. Die wollte zum Surfen nach Puerto fahren. Nachdem wir uns noch die Pension für Hans‘ Papa anschauen wollten, beschloss Maria, dass sie einfach mitfahren. Nun wurde es doch ein wenig stressig. Es musste noch der Adventkalender für Johanna fertiggemacht werden. Dann wollten wir schnell etwas kochen und dann war noch, dass wir am Abend das letzte Mal gemeinsam mit Doro Sprachkurs bei May hatten. Wir wollten May zur Erinnerung ein Bild mit ihr und uns auf A4 ausdrucken und unterschreiben. Für Doro hatten wir das auch geplant, aber mit anderen Bildern. Schließlich wurde es für sie ein Gruppenfoto vom Strand, ein Gruppenfoto vom Ausflug nach Icod, in der Mitte Doro mit dem Kätzchen und als Hintergrund musste der Teide herhalten. Das ganze musste noch ausgedruckt werden. Und dann hatten wir noch eine Hausübung für den Sprachkurs. Irgendwie hatten wir es geschafft, das meiste zu erledigen. Das Essen wurde eingepackt, ebenso die Hausübung und wir erreichten sogar noch den Bus mit dem auch die anderen (Kristian und Johann wollten auch surfen) fahren wollten. Johanna wusste, dass in Bajamar die Wellen 4m hoch sein sollen. Bereits auf dem Weg nach Puerto sahen wir, dass die Wellen wirklich imposant waren. Wir suchten in Puerto dann zuerst das Hotel auf (das im übrigen ganz ok ist) und machten uns dann auf den Weg zu den anderen zum Strand. Auf dem Weg erhielt Maria einen Anruf von ihrer Mama, der sie sehr gefreut hat, vor allem weil dabei versprochen wurde, Weihnachtskekse mit Papa mitzuschicken! Am Strand aßen wir schließlich, machten unsere Hausübung und bewunderten vor allem die traumhaften Wellen. Wieder daheim gingen wir zum Sprachkurs und eigentlich wollte May mit uns danach in eine Tasca gehen. Leider musste sie jedoch absagen, da der Vater einer Freundin verstorben war. So wollten wir uns wieder einmal auf den Weg zur Bodegon Viana machen, nachdem das Wetter aber derartig unfreundlich war, schafften wir es nur zu unserer Zumeria, wo es aber auch sehr gemütlich und auch gut zu essen ist.

¡Fiesta! (Party)

Am Sonntag fand endlich unsere Geburtstags-Abschieds-und-überhaupt-Strandparty statt. Das Wetter war Gottseidank nach dem Regentag davor wieder traumhaft, das Wasser war noch ziemlich warm, nur im Schatten war es anfangs recht kühl. Jeanne, Doro und wir kamen ungefähr 20 Minuten früher an, als die anderen, konnten uns aber mit dem Futtern nicht mehr zurückhalten und waren schon das erste Mal bei der guuuuuten Torte, die Jeanne für uns gemacht hatte, angelangt, als die nächsten Leute kamen. Das machte aber gar nichts, wir hatten ja leicht genug zu essen vorbereitet. Doro bekam von uns als Geschenk ein Shirt, das Maria mit Stoff-Malstiften beschriftet hatte. Vorne steht darauf: “hay que volar” (man muss fliegen), als Reminiszenz an unseren philosophischen Hapkido-Trainer Miguel. Er hatte uns so nämlich die richtige Falltechnik erklärt: “No tienes que caer, ¡hay que volar!” (“Du darfst nicht fallen, du musst fliegen!). Seitlich unten hatte Maria noch “era’mu‘ 06” geschrieben, also Erasmus 06 mit kanarischem Akzent. Doro und Johanna freuten sich sehr über ihre Geschenke, und auch das Essen kam sehr gut an. Außerdem kam eine Menge Leute: Kristian und seine Freundin Marie, die gerade zu Besuch ist (studiert auch Geographie), Melanie (deutsche Psychologie-Studentin), Jonas (Deutscher Politikwissenschaft-Student), Inga und ihr Freund, der auch gerade zu Besuch ist, Jelca, Emma und David, und, was Hans besonders freute, Es kamen auch Bea (die kanarische Pharmaziestudentin) und Ana-Mayra (die Sängerin). Wir verbrachten also einen wunderschönen Novembernachmittag am Strand und setzten uns nach unserer Rückkehr noch auf einen Tee und ein ausführliches Tratscherl mit Doro zusammen.

Muchas Tareas Conseguidas (Viele erledigte Aufgaben)

Maria kam Hans am Montag nach auf die Uni, weil sich schon wieder einige Internet-Aufgaben angesammelt hatten, die man am besten mit dem Laptop im Drahtlosnetzwerk der Uni erledigen kann. So konnten wir viele angestaute Aufgaben erledigen und ein paar billige Anrufe über skype tätigen. Es fühlte sich danach wie ein richtiges Erfolgserlebnis an! Die HNO-Professorin hatte sich in der Vorlesung darüber beklagt, dass so wenige Leute in die Vorlesungen gehen, und hat sich dabei richtig aufgeregt. Diese Predigt vor denen, die ohnehin im Hörsaal sitzen, hätte sie sich allerdings auch sparen können. Außerdem führt sie jetzt immer eine Anwesenheitsliste, wobei niemand weiß, was sie damit vorhat. Immerhin herrscht in den Vorlesungen keine Anwesenheitspflicht.
Am Abend hatten wir wieder Hapkido-Training. Miguel, unser Trainer, war wieder aus Madrid zurück, wo er einen Psychologie-Kurs für Auslandseinsätze beim Militär absolviert hatte. Er war in den vergangenen zwei Wochen immer von mehr oder weniger guten Ersatztrainern vertreten worden. Jedenfalls freute er sich, dass immer noch so viele von uns Erasmus-Leuten da waren. Außerdem trug Doro das “Hay-que-volar”-Shirt.
Nach dem Training setzten wir uns mit Jeanne, Doro, Inga, Emma und Emilio bei uns zusammen und schauten noch einen Film.
Vor dem Hapkido hatten wir Jesús getroffen, der uns mitgeteilt hatte, dass Hans‘ Papa ab dem 20. Dezember in seinem Zimmer schlafen kann. Wirklich ein guter Tag!

Montag, November 27, 2006

Auf der Suche

Alojamiento (Unterkunft)

Am Montagvormittag besichtigten wir noch zwei Hotels in La Laguna und suchten vergeblich eine Pension. Mit den Pensionen ist das hier so eine Sache: Entweder sie sind gar nicht mehr da, wo sie laut Internet sein sollten, oder sie sind so schäbig, dass man sie auch gleich vergessen kann. Die nächste Kategorie sind dann schon die sehr guten, aber viel teureren Stadthotels.
Zu Mittag fuhr Hans, wie üblich, zur Uni und Maria versuchte weiter (erfolglos) eine günstige Pension für Papa in La Laguna zu finden.
Am Abend hat sich Maria das Hapkido-Training gespart, weil ihr Knie noch nicht wieder ganz in Ordnung war. Danach trafen wir uns mit Doro, Jeanne, Jelca, Emma, David und Kristian in Jeanne’s Wohnung um einen schwedischen Film mit deutschen Untertiteln anzuschauen. Lustigerweise hat David, der auch deutsch spricht, einige Übersetzungsfehler aufgedeckt. Der Film (Wie im Himmel) hat uns allen sehr gefallen.

GIS

Für Hans war der Dienstag ein ganz normaler Uni-Tag, aber für Maria war er richtig erfolgreich. Erstens fand ihre Vorlesung tatsächlich einmal statt, und zweitens traf sie sich endlich mit Enrique, dem spanischen Studenten, von dem sie später die Daten für ihre Diss bekommen wird. Er wird ihr (wenn alles klappt) ein digitales Höhenmodell mit 10m-Linienabständen zukommen lassen. Danach hat Maria für Hans‘ Mama das Plakat fürs Adventkonzert entworfen. Ausnahmsweise gab’s am Dienstag einmal kein Abendprogramm (soll aber nicht wieder vorkommen!).

Coche de Alquiler (Mietauto)

Am Mittwochvormittag komplettierten wir unsere Mietauto-Recherche durch einen Besuch am Flughafen Tenerife Norte. Dieser Ausflug erwies sich als gänzlich überflüssig, da wir nicht nur kein billigeres Auto als im Internet fanden, sondern auch erfuhren, dass man in den Flughafen-Büros keine Reservierungen vornehmen kann. Aber immerhin war nun die Entscheidung für den Citroën Saxo von Autoreisen gefallen. Am Nachmittag hatte Hans wieder Vorlesungen bis 19.00 Uhr und Maria kam auf die Med-Uni nach um im Internet zu surfen und endlich längst fällige emails zu schicken. Hans hatte schon vorher das Mietauto reserviert.
Abends gingen wir nach dem Hapkido mit Jeanne, Doro und Kristian in die Blues-Bar. Diesmal war das Programm aber nicht so begeisternd. Prinzipiell war die Gruppe gut und kreativ zusammengestellt (Cello, Gitarre, Percussion, Gesang), es fehlte aber die Abwechslung. Außerdem waren auch weniger Leute da als in der Vorwoche, und daher war natürlich auch die Stimmung nicht so gut. Wir hatten trotzdem unseren Spaß und tratschten halt umso mehr.

Era solo una broma (Es war nur ein Witz)

Am Donnerstag ging Maria wieder einmal umsonst auf die Uni. Die Professorin hatte nämlich angeboten, die ausgefallenen Stunden nachzuholen, wann immer die Studenten könnten. Einer der Studenten meinte, dass Donnerstag irgendeine andere Vorlesung ausfallen würde, und dass es dann eben ginge. Die anderen Studenten waren aber nicht da, um diesen Termin zu bestätigen. Also musste Maria "zur Sicherheit" zur Uni latschen, wo dann natürlich keine Vorlesung stattfand. Danach traf sie sich mit Jeanne, um uns für einen Ausflug der Erasmus-Organisation anzumelden. Der Bus war aber schon besetzt und wir stehen jetzt auf der Warteliste.
Schließlich gingen die beiden noch nach La Cuesta um eine weitere Pension anzuschauen. Vom Campus geht man da ungefähr eine halbe Stunde noch bergab, zurückheim also eine Stunde recht steil bergauf. Es war also ein ausgiebiger Spaziergang. So nebenbei entdeckten sie noch einen Barranco, mit grünen Wiesen und kleinen Wasserfällen am Grund, gar nicht weit von uns entfernt.
Hans hatte am Abend seine letzte Vorlesungseinheit von „Sexualidad Humana“.
Jeanne und Doro hatten sich für später noch auf ein Tratscherl angekündigt und Maria wollte sich vorher nur ein bißchen hinlegen. Dann gefiel es ihr aber im Bett so gut, dass sie gleich liegen blieb. Hans setzte sich mit Doro und Jeanne ins Wohnzimmer und wir tauschten wieder einmal Fotos aus. Außerdem erzählte Doro von einer ziemlich blöden Begebenheit in ihrer Wohnung. Sie weiß schon lange, dass sich ihre Mitbewohnerin ständig an ihren Sachen bedient, ohne zu fragen. Die Mitbewohnerin hat auch jedes Mal die Frechheit, alles abzustreiten, obwohl Doro schon mit einer Markierung an der Waschmittelschachtel bewiesen hatte, dass es auch ohne ihr Zutun weniger wird. Das gleiche gilt für Lebensmittel, Shampoo und so weiter. Nun hatte sie, als sie gerade die Wohnung betrat, folgende Gesprächsfetzen gehört: "Doro ist so blöd, dass..." Als ihr Mitbewohner, ihre Mitbewohnerin und deren Freund sie bemerkten, endete das Gespräch abrupt. Als Doro ihre Mitbewohnerin direkt ansprach, behauptete die, es habe sich bloß um einen Witz gehandelt. Jetzt herrscht natürlich keine gute Atmosphäre mehr in ihrer Wohnung und sie muss auf ihre Wertsachen besonders gut achtgeben.

Preparaciones (Vorbereitungen)

Am Freitag Vormittag gingen wir mit Jeanne ins Zentrum von La Laguna einkaufen. Am Sonntag findet nämlich am Strand von Las Teresitas unsere Geburtstagsparty statt, und zwar nicht nur unsere: Doro hat am 2. Dezember Geburtstag und Johanna am 9. Weil Doro aber schon am 1. wegfliegt (schnüff!), feiern wir eben schon diesen Sonntag alle zusammen.
In der Stadt trafen wir dann auch Jelca, die gerade auf dem Weg zur Post war, um ihren verschollenen Briefen nachzuspüren. Sie wartet schon 3 Wochen auf Schmuck und eine Bankkarte bzw. eine Überraschung von ihrem Freund. Hans musste schließlich auf die Uni (brav, oder!?) und die chicas setzten sich auf einen Kaffee in der Stadt zusammen, bevor sie die Einkäufe fortsetzten.
Hans ging nach der Uni noch zum Alcampo und besorgte das restliche Zeugs, das wir noch brauchten. Dani, der dieses Wochenende Geburtstag hat, bekommt von uns einen selbstgemachten Adventkalender, und Jeanne hat auch einen für ihre Mitbewohner Nuria und Emilio vorbereitet. Doro und Johanna bekommen --aber halt! :-) – das wird erst am Sonntag verraten! Die zwei kennen schließlich auch die Webadresse von unserem Blog.
Wir unterbrachen unsere Vorbereitungen für das Hapkido-Training und bastelten danach noch ein wenig.

Dienstag, November 21, 2006

Nuevos Imágenes

Gatito feliz (glückliches Katzerl)

Aufgefädelt


Bei Emilio's Eltern auf der Terasse


Gemütlich, oder!?


Eine neue Folge von Baywatch (diesmal an der Playa de San Marco in Icod)

Montag, November 20, 2006

Kurznachrichten


¡Vete por alli, hijo de puta! (+++zensiert+++)

Am Sonntag besuchten wir ein Fußballspiel von Teneriffa gegen Xerez (sprich Cheres). Kristian, unser fussballbegeisterter Däne, hat das organisiert. Mit dabei waren Jeanne, Doro und ihr Freund Thomas, der gerade zu Besuch war, und wir zwei. Nachdem Doros Freund nicht spanisch spricht, haben wir uns in einem Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und Spanisch unterhalten, was gar nicht so einfach ist! Mareike sagte kurzfristig ab, weil ihr Bauch aus Sorge um ihre Angehörigen Probleme machte. Wir waren schon um 2 Uhr dort, obwohl das Spiel erst um 4 begann. So bekamen wir zum einen sehr gute Plätze und zum anderen hatten wir noch Zeit für einen kleinen Stadtspaziergang und einen Kaffee. Das Spiel war recht spannend, nachdem bereits in der 5. Minute das erste Tor fiel – leider gegen Teneriffa. Die Mannschaft erjagte sich dann einige gute Chancen, aber leider wollte es nicht sein und schließlich gelang Xerez sogar noch ein zweites Tor (5 Minuten vor Ende). Obwohl Teneriffa also 0:2 verloren hat, war es ein gutes Spiel (zumindest, wenn man österreichische Maßstäbe anlegt). Außerdem war es lustig, die kanarischen Mamas und Omas fluchen zu hören (siehe Überschrift). Danach gingen Doro, Thomas und wir zwei noch zu Mareike um sie ein wenig aufzumuntern.

Fuga de San Diego (San-Diego-Schwänztag)

Die Woche begann mit einem Uni-freien Tag. Ganz erklären konnte uns das zwar keiner, aber irgendwie wird hier der Heilige Diego von Studenten und Schülern mit gemeinschaftlichem Schwänzen gefeiert. Klarerweise hieß das für Hans , dass er trotzdem auf Uni musste, weil an diesem Tag sein Hals-Nasen-Ohren-Praktikum begann. Und das begann auch wirklich und war noch dazu am ersten Tag recht fad. So hatte Hans eine gewaltig anstrengende Woche, weil er jeden Tag um 8 Uhr schon auf der Uni sein musste. Das heißt um 7.15 Uhr mit dem Bus bei uns weg, weil in der Früh immer ziemlich viel Stau ist. Danach hatte er Vorlesungen und abends bis 19.00 Uhr wie üblich die Lehrveranstaltung "Sexualidad humana", was auch nicht wenig anstrengend ist. Dazu noch 3x pro Woche im Anschluss HAPKIDO, wo Hans eh meist zu spät gekommen ist, und danach auch noch das eine oder andere, was noch beschrieben wird. Maria hätte die Möglichkeit gehabt, zu einer Chuletada zu gehen, das ist eine Grillparty. Glücklicherweise hat sie sich dagegen entschieden, weil, nach dem was ihr danach erzählt wurde, das ganze in ein Massenbesäufnis ausgeartet war. So hat sie sich lieber mit Arbeiten am Computer beschäftigt, was um einiges produktiver war.
Doro war mit ihrem Freund nach Gomera gefahren, was uns schon einen Vorgeschmack auf Dezember gab, wenn Doro dann endgültig nicht mehr da ist. Wir fanden es gar nicht schön!!!


Malas noticias (Schlechte Nachrichten)

Am Dienstag war das Praktikum von Hans schon interessanter, weil er bei einer OP zuschauen konnte, wo eine Ankyloglossie (Zunge am Mundboden festgewachsen) korrigiert wurde. Gemeinerweise meinte Hans dann, dass das für einen Kanaren eh nicht so schlimm sei, weil der die Zunge ja nur sehr selten einsetzt. Die Anästhesistin, die über dem OP-Gewand eine gelb-braun-bunte Bluse trug und statt einer OP-Mütze ein Kopftuch aufhatte, nähte während der Operation farbenfrohe OP-Mützen. Maria war auf der Uni und erlebte das seltene Ereignis, dass ihre Vorlesung tatsächlich stattfand. Danach traf sie sich mit Jeanne beim Sportinstitut um für Kristian, der ja vormittags in der Klinik ist, die Einschreibung für HAPKIDO zu machen. Dann gingen sie gemeinsam gleich einzahlen (bei der einen Bank in der Stadt, wo man das machen kann), um danach wieder am Computer zu werkeln. Am Abend wollten wir mit Jeanne gemeinsam eine Kleinigkeit kochen (Nudelsalat, als Nachspeise Obstsalat) und danach einen Film anschauen. Noch während des Kochens rief Mareike an, dass ihre Mutter schlechte Nachrichten erhalten hatte und so machten wir uns auf den Weg um ihr ein wenig beizustehen. Ihre Mutter hatte vor 2 Jahren ein Melanom (Hautkrebs), seither war jedoch immer alles in Ordnung gewesen. Die Eltern haben Mareike dann hier auf Teneriffa vor einigen Wochen besucht und ihre Mutter hat dann bemerkt, dass ein Lymphknoten in der Leiste zu spüren war. Wieder daheim beim Arzt, wurde ihr gesagt, dass der vorsichtshalber entfernt werden muss. Die Warterei nach der Entfernung war klarerweise nervenaufreibend. Und dann erhielten sie jetzt auch noch die Nachricht, dass der Lymphknoten tatsächlich bösartig verändert war. Jetzt muss der Leistenbereich großräumig ausgeräumt werden, was schon Donnerstag passieren soll. Danach kommt Chemo, Strahlen,... Mareike wusste natürlich nicht, was sie machen soll, ob sie nachhause fliegt, bzw. wann,... Wir wünschen jedenfalls auf diesem Wege der Mutter von Mareike gute Besserung!!!

Concierto en el Blues-Bar (Konzert in der Blues-Bar)

Maria war wieder einmal umsonst auf der Uni, weil die Vorlesung wieder entfiel. Angeblich schreibt die Professorin gerade an einem Buch und ist deshalb so im Streß. Die Vorlesungen sollen auch irgendwann nachgeholt werden. Hans sah in seinem HNO-Praktikum viele interessante Fälle, unter anderem eine Nasenseptum-Perforation. So etwas bekommen normalerweise Leute, die Kokain schnupfen. In diesem Fall war es aber ein älterer Mann mit Diabetes, der einen Cortison-hältigen Nasenspray nimmt. Hans meinte, dass das möglicherweise zusammenhängen könnte und fragte Bea, die ja Pharmazie studiert, ob das sein könnte. Am Abend bestätigte sie ihm das auch, woraufhin Hans mindestens 3cm gewachsen ist. Am Abend trafen wir Bea nämlich in der Blues-Bar, wo eben Ana-Mayra, die Freundin von Bea, mit einer brasilianische Gruppe auftrat. Mareike, Kristian und Jeanne waren auch noch mit von der Partie. Die Gruppe war wirklich sehr gut. Zum einen klingt portugiesisch sehr schön, zum anderen hatten sie ein geniales Rhythmusgefühl. Mareike teilte uns mit, dass sie am Freitag nachhause fliegen wird, zumindest einmal für die Zeit, wo ihre Mutter jetzt im Spital ist.

Lluvia y Paella (Regen und Paella)

Am Donnerstag schüttete es den ganzen Vormittag wie aus Kübeln. Nachdem die Tage davor "Tiempo del Sur" mit "Calima" vorgeherrscht hatte, wechselte das Wetter damit wieder auf kühl und feucht. "Tiempo del Sur" heißt "Wetter des Südens" und gemeint ist damit das Anströmen von heißer Luft aus der Sahara. "Calima" ist der Wüstenstaub, der im Wind mittransportiert wird, und der regelrechten Nebel verursachen kann. Von La Laguna aus war Santa Cruz nicht mehr zu sehen und in Santa Cruz, meinte ein Studienkollege, konnte man nur ein paar Meter weit sehen. Viele Leute bekamen auch Probleme mit Asthma oder mit trockener Haut, gleichzeitig wurde natürlich auch die Wäsche ganz schnell trocken!. Jedenfalls war am Donnerstag dieses Wetter vorbei und Hans kam waschelnass an der Uni an. Zum Empfang drehte die HNO-Professorin dann auch gleich die Klimaanlage an, weil es doch so eine Hitze habe. Gott sei Dank wurde Hans danach nicht krank. Im Laufe des Vormittages trocknete er doch auf. Maria schriftelte währenddessen wieder eifrig an ihrem Exkursionsbericht, den sie am nächsten Tag abgeben wollte.
Am Abend wollten wir alle bei uns kochen und essen um Mareikes letzten Abend gemeinsam zu verbringen. Wir hatten uns für Paella entschieden, weil das recht einfach geht. Mareike konnte gar nicht glauben, dass sich auch Kristian an den Herd stellte. Dann tauchte schließlich noch unser Mitbewohner Dani auf und wir überredeten ihn, sich zu uns zu setzen und mit uns zu essen. Er steuerte dann auch noch selbstgemachte Mojo-Sauce von seiner Mutter bei (mmmmmmmhhh!!!!) und es wurde ein sehr netter Abend. Etwas später kamen auch noch Doro und ihr Freund dazu, die gerade von Gomera zurückgekommen waren.


Tapas (Heißt eigentlich Deckel, gemeint ist hier natürlich das Essen!)

Am Freitag gings für Maria wieder in die Cañadas, diesmal zu den Roques de Garcia. Es war wie immer sehr interessant. Die Landschaft hier ist einfach gewaltig. Die Gruppendynamik war aber diesmal etwas weniger gut, es waren zuviele Ausländer (4) im Verhältnis zu Inländern (6). Es wurde über alte Vulkanformen gesprochen, die von neuen Lavaströmen umflossen werden, über vulkanische Gesteine, über die Vegetation, die sich das neue Land dann erobert,... Einfach toll. Hans war am Freitag schon ziemlich müde und so war es ganz gut, dass es beim Praktikum etwas aufregender zuging. Dort wurde nämlich ein Patient, der an der Nase operiert worden war, beim Aufwachen unruhig. Er hat furchtbar geschimpft und geschrien. Dann begann er auch um sich zu schlagen und zu treten, sodass er festgehalten werden musste. Hans hielt ihn an den Füßen und war leider genau in der Bahn, als der Patient Blut ausspuckte. Schließlich schafften sie es aber doch, ihm (dem Patienten, nicht Hans!) ein Beruhigungsmittel zu geben bevor er sich die Kanüle herausreißen konnte.
Nach der Hapkido-Stunde gingen wir gemeinsam mit Doro, ihrem Freund und Jeanne in eine Tasca bei uns um die Ecke. Wir mußten auch gar nicht lange auf einen Tisch warten (was hier sonst durchaus üblich ist) und aßen dann Tortilla, Chorizo, Gebratene Paprika, Hühnchen, Tomaten... und tranken dazu einen sehr guten kanarischen Wein.


Gatito (Kätzchen)

Am Samstag haben wir in Santa Cruz insgesamt ca. 20 Hotels und Pensionen abgeklappert, um passende Quartiere für Papa, Mama und Tante Grete zu finden. Abends hatten wir wieder Sprachkurs, und danach machte Hans den schweren Fehler, eine Katze auf der Straße zu streicheln. Diese war sofort sehr zutraulich und legte sich schließlich schnurrend auf Jeanne’s Schoß. Daraufhin kam ein Spanier daher, der uns erklärte, dass diese Katze ursprünglich Studenten gehört hatte, die sie auf die Straße gesetzt hatten, als sie ausgezogen waren. Jetzt hatten wir natürlich gar keine Chance mehr. Wir mussten die Katze einpacken und einen passenden Platz für sie finden. Die erste Station war Doro’s Wohnung. Dorthin mussten wir die Katze nicht einmal tragen, sie lief uns von selbst nach, nachdem wir sie ein bisschen gerufen hatten. In Doro’s Wohnung bekam sie dann Thunfisch, Milch und Wasser, wobei sie vor allem großen Durst zu haben schien. Nach langer Beratung und einem Telefongespräch hatten wir schließlich einen neuen Wohnort für unser Sorgenkind gefunden: Bei Emilio’s Eltern in Icod de los Vinos. (Emilio ist Jeanne’s Mitbewohner.) Die Nacht verbrachte die Katze in Doro’s Wohnung ruhig schlafend auf dem Sofa, nachdem wir noch ein Katzenklo aus einer Schachtel und Lavaschotter von der Straßenbahnbaustelle improvisiert hatten.

Icod de los Vinos (Icod de los Vinos)

Am Sonntag waren wir mit Emma, David, Doro, Jeanne und Jelca bei Emilio’s Eltern in Icod eingeladen. Jelca kommt aus Deutschland und arbeitet hier als Au-Pair bei einer spanischen Familie. Die Hinfahrt bedeutete für Hans eineinhalb Stunden Horror, weil er die ehrenvolle Aufgabe hatte, die Schachtel mit der Katze darin zu tragen und dafür zu sorgen, dass das Tier nicht aus der Schachtel herauskommt. Die Katze unternahm auch immer wieder Fluchtversuche, die wir jedoch erfolgreich abwehren konnten, und schließlich behielt Hans einfach eine Hand in der Schachtel, um die Katze zu streicheln und weitere Ausbruchsversuche schon vorher zu verhindern. Schließlich übergab sie sich noch auf Hans‘ Hand und in die Schachtel, war danach aber ziemlich ruhig. Das letzte Stück legten wir mit dem Taxi zurück und erfuhren von Emilio, dass dessen Eltern noch gar nichts von ihrem Glück wussten! Mit einem flauen Gefühl im Magen öffneten wir dann auf der Terasse die Schachtel und die Katze konnte heraus. Sie war sofort wieder zutraulich und begann, ihr neues Zuhause zu inspizieren. Auch Emilio’s Eltern hatten kein Problem mit einem weiteren Mitbewohner, hatten sie doch schon einige Vögel, Fische und einen Hund, der sich auch schnell mit der Katze anfreundete. Nun konnte auch Hans den Ausflug genießen. Vor dem Essen unternahmen wir einen Spaziergang über eine Wasserleitung, die den Hang entlang vom Haus weg in die Natur führt. Es war unglaublich schön dort. Alles war grün, die Luft war sauber und wir genossen die Ruhe. Als Vorspeise aßen wir Mandeln direkt vom Baum. Auf dem Rückweg rutschte Maria auf dem nassen Wasserleitungsrohr aus und verletzte sich am Knie. Glücklicherweise war aber nichts schlimmes passiert und Jeanne, die ohnehin schon etwas Angst vor dem engen Weg hatte, hatte nichts mitbekommen. Wieder beim Haus angelangt, lag die Katze schon ganz entspannt auf der Gartenmauer, als ob sie nie woanders gelebt hätte. Bald war auch das Essen fertig. Es gab gegrillte Würstchen, gegrillten Fisch, frittierten Fisch, Kartoffeln, Mojo und Weißbrot. Das Essen war wirklich fantastisch und Emilio’s Eltern, seine Freundin und er selbst waren sehr, sehr nett. Später gingen wir noch an den Strand. Das Wasser war relativ frisch und die Wellen ziemlich hoch, aber das machte das Schwimmen erst so richtig lustig! Nach einem Eis und einem Kaffee traten wir die Heimfahrt an.

Freitag, November 10, 2006

Fotos unserer jüngsten Eskapaden

Unser Bett ist wirklich bequem!


Die Billard-Profis


Das Crepe-Futtern bei Rachel


mmmh! Jeanne und Hans probieren den Kuchen im Café Pan Paris nach der Ausstellung über Oskar Dominguez.

Im Jospital (sprich: Chospital)

gleiches Lokal, andere Leute


Wieder einmal ein Bild vom unglaublichen Nachtleben von La Laguna

Rachmaninow, Puccini und wir

Vida Cotidiana (Alltag)

Am Montag holte Hans endlich die Analog-Fotos vom Welcome-Day und von unserer Wanderung nach Chinamada ab. Wir haben auch eine Foto-CD dazubestellt, damit unsere fleissigen Blogleser auch etwas davon haben! Nach der Uni hatten wir abends wieder Hapkido. Arno fragte Hans, ob er vielleicht Opernkarten für den Dienstag haben möchte, da Arno’s Gastvater ihn eingeladen hatte, und er gefragt hatte, ob noch einige Leute mitkommen könnten. Natürlich hat Hans ja gesagt, und was daraus wurde, seht ihr ein paar Zeilen weiter. Sonst können wir uns an nichts aufregendes erinnern, was am Montag passiert ist. Das ist aber auch gar nicht so einfach, selbst, wenn erst einige Tage vergangen sind. Vielleicht ergänzen wir den Eintrag noch ein wenig, falls uns noch etwas einfällt.

El Auditorio (Der Konzert-, Theater-, und Opernsaal von Santa Cruz)

Am Dienstag hat Hans tatsächlich 5 Freikarten von Arno bekommen mit dem Hinweis, dass er auch noch wesentlich mehr besorgen könne. Sein Gastvater habe einfach in einen Sack voll Freikarten gegriffen. Arno hat dann noch etwas herumgefragt und im Endeffekt eine ganz schön große Gruppe zusammengebracht, die um 20.30 Uhr die Vorstellung in Santa Cruz besuchen wollte.
Natürlich musste Hans dann abends nach „Sexualidad Humana“ besonders lange auf den Guagua warten, sodass er erst um kurz nach 19.30 Uhr in La Laguna ankam. Dort bemerkte er, dass sein Handy-Akku inzwischen leer war. Das war ein goßes Problem, da wir nur einen Schlüssel haben, den tagsüber normalerweise Maria hat, weil Hans länger auf der Uni zutun hat. Außerdem funktioniert unsere Klingel nicht. Hans ruft Maria normalerweise an, lässt zweimal läuten, und Maria macht ihm die Tür auf. Das ist aber schwierig ohne Strom, und da auch sonst vom Haus niemand die Tür öffnete, beschloss Hans, schnell zu Doro zu gehen, um Maria von ihr aus anzurufen. Inzwischen war es schon 19.45 Uhr. Glücklicherweise war Doro aber schon unterwegs zu uns, weil sie mit Maria ausgemacht hat, dass wir uns in unserer Wohnung treffen. So konnte Hans dann doch einigermaßen rechtzeitig in die Wohnung und machte sich im Eilzugstempo opernfertig. So schafften wir es tatsächlich noch rechtzeitig zum Auditorio. Am Programm standen Ausschnitte aus zwei Opern, erstens Rachmaninow’s „The Miserly Knight“ und zweitens „Gianni Schicchi“ von Puccini. Das Auditorio ist ein beeindruckendes Bauwerk, bei dessen Konstruktion besonders auf die Akustik Wert gelegt wurde. Unserer Meinung nach ist sie auch wirklich nicht schlecht, aber auch nichts besonderes. Die Akustik ist sehr transparent, besonders tiefe Töne kommen gut durch, aber man hat doch immer wieder den Eindruck, in einer Halle zu sitzen mit etwas zu viel, na, Hall eben. Die Sänger auf der Bühne kommen auch nur wirklich gut durch, wenn sie ganz vorne stehen. Das Bühnenbild war sehr schön, einfach und klassisch, und das Orchester spielte sehr gut. Die Sänger ließen bei Rachmaninow etwas zu wünschen übrig, aber die Mannschaft bei „Gianni Schicchi“ war dann umso besser. Die Sänger waren sehr charismatisch und hatten sichtlich Spaß an dem lustigen Stück. Das übertrug sich auch auf das Publikum, sodass wir einen wirklich schönen Abend verbrachten. Danke an Arno und besonders an seinen Gastvater, der zuerst nicht einmal die Weinflasche annehmen wollte, die wir als Dankeschön mitgebracht hatten!

Otorrinolaringología (HNO)

Am Mittwoch passierte tagsüber nichts aufregendes. In Hans’ HNO-Vorlesung hatten sie begonnen, eine Anwesenheitsliste zu führen, weil inzwischen so wenig Leute teilnehmen. Zu Gyn gehen mehr Studenten, weil die Vorlesung auch einfach viel klinischer und praktischer aufgebaut ist. Außerdem sind die Gyn-Professoren auch meistens sehr gute Vortragende.
Am Mittwochabend gingen wir dann wieder ins Café7. Zuvor kamen aber noch Emma und Kristian mit in unsere Wohnung. Emma besuchte uns, weil sie erst kurzfristig beim Hapkido beschlossen hatte, auch ins Café mitzukommen und nichts zum umziehen dabei hatte. Sie ging bei uns duschen und borgte sich von Maria etwas zum Anziehen aus. Kristian wollte ein paar Fotos verkleinert haben, damit man sie besser per email schicken kann.
Im Café7 blieben wir dann aber gar nicht so lang, weil es ziemlich laut und verraucht war. So gingen wir dann mit Jeanne und Mareike weiter zum „Natural Burger“, der neben normalem und vegetarischem Fastfood auch sehr gute Säfte und Batidos hat.

Operación (Operation)

In Sexualidad Humana war das Thema am Donnerstag die Reasignación Sexual, also die Geschlechtsumwandlung. Hans sah auch ein Video einer solchen Operation vom Mann zur Frau. Aber, wenn man ehrlich ist, ist das Ergebnis doch eher ernüchternd. Es ist zwar auf den ersten Blick optisch sehr gut, aber es bilden sich mit der Zeit sehr viele Komplikationen wie Engstellen von Harnröhre oder Vagina, Fisteln zwischen Harnröhre und Haut, usw. Transsexuelle haben wirklich ein hartes Los, denn auch die Phase vor der Operation ist sehr schwierig. Man muss vielfältige psychologische, psychiatrische und physische Untersuchungen über sich ergehen lassen, um einerseits krankhafte Ursachen des OP-Wunsches auszuschließen (z.B. Schizophrenie) und andererseits das Operationsrisiko zu minimieren. Außerdem muss man sich mindestens ein Jahr unter Hormontherapie in der „vida real“ (im wirklichen Leben) in der künftigen Geschlechterrolle bewähren, und da werden hohe Ansprüche gestellt, so werden etwa ein stabiler Arbeitsplatz und die Teilnahme an irgendeiner gemeinnützigen freiwilligen Aktivität zwingend gefordert. Es war eine sehr interessante Vorlesung, die aber auch sehr nachdenklich macht und die alle auf den Boden der Realität zurückholt, die zu sehr an die Wunder der modernen Chirurgie glauben.
Nach der Vorlesung konnten Bea (die kanarische Pharmaziestudentin) und Hans mit einer von Bea’s Freundinnen von der Uni nachhause mitfahren. Diese Freundin singt nächste Woche auch in der „Blues-Bar“. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, möchten wie da sehr gerne hingehen.
Maria hatte den Tag vor dem Computer verbracht, weil sie ihren Exkursionsbericht von letzter Woche noch fertig machen musste. Der ist wieder sehr schön geworden, besonders die selbstgemachten Skizzen und die Panorama-Fotos.
Eigentlich wollten wir am Abend eines der vielen von May vorgeschlagenen typisch kanarischen Lokale besuchen, aber Doro und Jeanne gingen zu einem Salsa-Tanzkurs vom Sportinstitut, der erst relativ spät anfängt. Wir beide beschlossen, daran nicht teilzunehmen, weil wir schon jetzt so viele Fixtermine haben. So gingen wir nur noch ins Internetcafé, um einerseits den Exkursionsbericht ausdrucken zu lassen und andererseits mögliche Unterkünfte für Papa, Mama und Tante Grete auszukundschaften. Hoffentlich finden wir bald genug Zeit, die in Frage kommenden Hotels zu besuchen!
Wir ließen den Tag gemütlich im Bett liegend mit einem Film ausklingen, den wir von Emilio kopiert haben („Mi Gran Boda Griega“, im Original: „My Big Fat Greek Wedding“).

Montag, November 06, 2006

Ein typisches Wochenende

Cien Flexiones (Hundert Liegestützen)

Am Freitag hatte Maria wieder eine Exkursion, diesmal in die Cañadas. Sie begann, wie vor zwei Wochen, am Campus Guajara mit einem groooooßen Bus für wenige Leute. Maria hat natürlich auch, gemäß ihrer Genetik, einige Steine eingepackt. (Der letzte Satz wird hiermit offiziell geleugnet und der Inhalt energisch bestritten! :-) )
Hans baute endlich das aufblasbare Bett wieder auf. Bis jetzt hält es! Am Nachmittag fand wieder die Lehrveranstaltung “Sexualidad Humana” statt und abends kämpften wir wieder brav. Naja. Das stimmt eigentlich so nicht. Hans kam nämlich wegen der Vorlesung zu spät und musste dann als beschleunigtes Aufwärmen 100 Liegestützen machen und Maria kam überhaupt so spät und fertig von der Exkursion zurück, dass sie nur mehr zuschaute.

Puerto de la Cruz (Puerto de la Cruz)

Am Samstag begleiteten wir Johanna und Doro nach Puerto de la Cruz, weil die beiden surfen gehen wollten. Jeanne, Mareike und wir beide gingen in der Stadt spazieren. Eigentlich wollten wir ja dem schlechten Wetter entfliehen, doch kam schließlich auch nach Puerto der Regen. Wir trafen auch Emma und David, die gerade mit David’s Eltern unterwegs waren.
Puerto ist, zumindest in Strandnähe, eine ziemlich extreme Touristenstadt, man hört sehr viel deutsch und sieht die typischen Geschäfte und Lokale, die auch den Südwesten prägen. Die Preise sind natürlich auch höher als in der Studentenstadt La Laguna. Die Verkäufer und Kellner sind richtig froh, wenn einmal jemand spanisch kann, und aus diesem Grund bekam Mareike auch einen kleinen Rabatt in einem Süßigkeitengeschäft. Später setzten wir uns noch mit Doro und Johanna, die inzwischen genug gesurft hatten, in ein Café mit überdachtem Gastgarten. Nach unserer Rückkehr nach La Laguna machten wir noch bis in die frühen Morgenstunden die Innenstadt unsicher. Natürlich wollten wir eigentlich, wie sich das gehört, spätestens um 20.00 schlafen gehen, aber Kristian hatte einen Freund zu Besuch, dem wir die Stadt zeigen mussten. Er hatte nur nachts Zeit, und so blieb uns nichts anderes übrig, als... Nein. Genug gelogen.

Domingo (Sonntag)

Nach einem langen Tratscherl in der Früh (Naja, eigentlich am frühen Nachmittag, aber das wollen wir nicht so eng sehen!) mit Dani und seiner Freundin wollten wir in die Kirche gehen. Wir kamen aber gerade zu einer blöden Zeit an und so überbrückten wir das Warten auf die nächste Messe mit einem Cortado in einem urigen Café. (Wer noch nicht weiß, was ein Cortado ist, hat nicht aufmerksam mitgelesen!) Nach der Messe gingen wir mit Doro, Jeanne, Mareike und Johanna Billard spielen. Das erwies sich aber als schwierig, da es keine schwarze Kugel gab und der Tisch die weiße Kugel nicht wieder ausspuckte. Da wir aber alle schon so professionell spielen, konnten wir natürlich wunderbar improvisieren, und es war trotzdem lustig. Und hier endet auch schon der Bericht vom Sonntag. Nach so einem langen Samstag kann der Sonntag ja auch nicht so lang dauern. Das müsst ihr schon verstehen! :-)

Freitag, November 03, 2006

(nicht mehr ganz) neue Bilder

En la Playa del Socorro




Emilio, Jeanne's Mitbewohner






Jeanne ist verliebt!




Im Museum konnte man auch ein Auto hochheben!






Manchen fiel es leicht...


...andere hatten etwas mehr Mühe dabei.






ohne Worte

Regenwetterprogramm

Lluvia (Regen)

Am Samstag wollten wir eigentlich nach Puerto fahren, da Doro vorhatte, surfen zu gehen. Wegen des schlrechten Wetters in der Früh beschlossen wir aber in La Laguna zu bleiben. Wir trafen uns bei Jeanne und warteten erst einmal ab, bis es etwas aufklarte. Dann gingen wir in die Stadt zu einer Ausstellung über den spanischen surrealistischen Maler Oscar Dominguez. Die schöneren Bilder stammten aber unserer Meinung nach von anderen Malern. Bei Dominguez hatte man immer wieder das Gefühl, er habe bei der Hälfte des Bildes den Stil gewechselt. Danach gingen wir in ein sehr gemütliches und originell eingerichtetes Café. Jeanne, die normalerweise keinen Kaffee trinkt, bestellte einen Cortado (ihr wißt schon, den starken, kurzen mit Kondensmilch) und beschloss, dass sie doch nicht zu einer Kaffeetrinkerin wird.
Abends stand wieder einmal kulinarische Völkerverständigung auf dem Programm, als wir bei Rachel und Fabien Crepes serviert bekamen. Wir hatten alle möglichen Füllungen mitgebracht (Spinat, Käse, Schwarzbeermarmeldade, Schokolade,...) und rollten schließlich müde, aber glücklich heim.

Volver (zurückkehren)

Am Sonntag hatten wir tagsüber kein besonderes Programm, da es wieder regnete. Abends trafen wir uns in unserer Wohnung, um den Film „Volver“ anzuschauen. Vorher hatte uns Jeanne angerufen, dass ihr Mitbewohner Emilio nicht so gut gelaunt sei, weil er eigentlich nach Icod heimfahren wollte, aber kein Bus kam. Er hatte in der vergangenen Nacht als Türsteher gearbeitet und war entsprechend geschafft und genervt, nachdem er lange Zeit erfolglos im Regen gewartet hatte. Jetzt hatte Jeanne vorgeschlagen, ihn auch einzuladen, um ihn etwas aufzumuntern. Zusätzlich wollten wir auch David, Emma und Kristian fragen, ob sie kommen möchten. Nun hatten wir aber das Problem, dass wir zwar eine Ananas-Bombe vorbereitet hatten, die aber niemals für alle gereicht hatte. Also beschloss Hans, einen Kuchen zu backen. Die Grundzutaten hatten wir zwar zu Hause, es war aber zum Beispiel nur ein einziges Ei übrig und wir hatten nach wie vor weder eine Waage, noch einen Messbecher oder ähnliches. Hans ließ sich also von einem Schokokuchenrezept inspirieren und leerte nach Gefühl Mehl, Milch, Zucker, das eine Ei, Kakao und Backpulver in eine Schüssel in der Hoffnung, dass daraus ein Kuchen werde. Mit dem einen Ei konnte man aber natürlich keine große Teigmenge herstellen, daher war weitere Improvisation gefragt. Am Ende kam ein ganz passabler Blechkuchen mit Puddingcreme und Schokoglasur heraus. Zusammen mit der Ananasbombe und Popcorn konnten wir also alle ausreichend versorgen. Emilio war doch nicht gekommen, da er sich schon mit einem Freund verabredet hatte. Dem Film konnten wir ganz gut folgen, da ihn Doro schon auf deutsch gesehen hatte und immer wieder wichtige Informationen ergänzen konnte, die wir nicht verstanden hatten.

Un Agujero (Ein Loch)

Am Montag passierte nichts Aufregendes. Maria war etwas verkühlt und blieb im Bett. Hans hatte nach der Uni bei Alcampo eingekauft und einen Luftmatratzenkleber mitgebracht, da wir ein kleines Loch in unserem Luftbett entdeckt hatten. Abends, nach dem Hapkido-Training, bliesen wir das Bett auf. Es war wohl etwas zu früh gewesen, denn das Loch riss nach dem Aufblasen nur noch weiter auf. Also legten wir vorübergehend die vorhandene Einzelbett-Matratze wieder hin und daneben die Schaumstoffauflage des Luftbettes. Diese Konstruktion ist gar nicht so unbequem!

Bolsa de Agua (Wärmflasche)

Am Dienstag wollten wir zu den Galerías einkaufen gehen, einem Geschäft, in dem es fast alles gibt. Leider war gerade Siesta, als wir ankamen. Maria zog sich danach wieder ins Bett zurück und Hans ging weiter zum Alteza und zur Frutería einkaufen. Später machte er sich wieder zu den Galerías auf. Zuvor verbrachte er aber noch eine Stunde in einer Gebraucht-Buchhandlung und fand ein Wanderkartenset und zwei schöne spanische Taschenbücher. Bei den Galerías kaufte er dann noch eine Waage um 4,80 €, 4 Melamin-Schälchen und 2 Wärmeflaschen. Eine bekam Jeanne und die andere Mareike, die auch gerade ein wenig kränkelte. Es ist unglaublich, dass man hier fast nirgends Wärmeflaschen findet. Das ist schwer vorstellbar, wenn man bedenkt, wie wichtig sie für den gemeinen (oder zumindest die gemeine) Mitteleropäer(in) ist. Hans fühlte sich ein bißchen wie der Weihnachtsmann, als er mit so vielen schönen Sachen nach Hause zurückkehrte. Abends trafen wir uns mit Mareike, Johanna, Jeanne, Doro, Rachel, Fabien und Kristian im Café7 und verbrachten einen netten Abend.

Más Lluvia (mehr Regen)


Am Mittwoch war hier ein Feiertag, den wir nutzten, um mit Jeanne, Doro, Mareike und Kristian ins Museo de la Ciencia y el Cosmos zu gehen. Das Museum ist großartig konzipiert. Man fühlt sich wie ein Kind, wenn man all die schönen Spielzeuge ausprobieren kann, mit denen einem die Geheimnisse der Wissenschaft vermittelt werden. Als wir das Museum verließen, sahen wir, dass der Regen inzwischen einen richtigen Fluss auf der Hauptstrasse ausgelöst hatte. Das Wasser hatte die Kanaldeckel hochgehoben und das Wasser schoss auf der Strasse in Richtung Santa Cruz. Jeanne schlug vor, am Abend laufen zu gehen. Maria kränkelte noch ein wenig, und so wollten sich Jeanne, Doro und Hans später beim Sportplatz treffen. Mareike war aber noch bei Jeanne geblieben, um sich aufzuwärmen, und so blieben am Ende nur Doro und Hans übrig. Später trafen wir uns noch alle bei Jeanne. Wir speicherten einige Filme, die Emilio auf CD hatte, auf den Computer, und tratschten dann noch lange über alles mögliche.

Sexualidad Humana y el Fin del Mundo (Menschliche Sexualität und das Ende der Welt)

Am Donnerstag gaben wir endlich den Film auf, den Hans vor ewigen Zeiten bei unserer Wanderung nach Chinamada ausgeknipst hatte. Hans kaufte sich endlich ein ermäßigtes Studenten-Busticket und fuhr zur Uni. Maria vervollständigte am Nachmittag ihren Exkursionsbericht. Wegen der Baustelle für die Straßenbahn gab es den ganzen Tag in der Wohnung kein Wasser, am Abend wurde es aber wieder aktiviert. Für Hans begann die Lehrveranstaltung „Sexualidad Humana – Aspectos Biomédicos“. Nach seinen bisherigen Erfahrungen wollte er auf Nummer Sicher gehen und fragte noch einmal bei der „Conserjería“ der Universität nach, ob und wann die Vorlesung wirklich beginnt. Die Sekretärin ging gerade weg und sagte, sie komme bald wieder. Dann tauchte eine gestresste Pharmazie-Studentin auf, die sagte, sie müsse seit 10 Minuten in einer Lehrveranstaltung sein, wisse aber den Ort nicht. Hans fragte sie, welche Lehrveranstaltung es sei, und sie sagte „Sexualidad Humana“. Daraufhin konnte Hans sie beruhigen, sie hatten nämlich noch eineinhalb Stunden Zeit bis zum Beginn des Kurses, was auch die inzwischen zurückgekehrte Sekretärin bestätigte. Also gingen die beiden noch auf einen Kaffee in die Kantine und tratschten ein wenig. Die Vorlesung war sehr interessant, wenn auch anstrengend, weil nach zwei Stunden im vollen Hörsaal die Luft ziemlich verbraucht war. Abends trafen wir uns mit Jeanne und Doro in der Zumería, nachdem Jeanne beim Sportinstitut gemeinsam mit Johanna an einem Tanzkurs teilgenommen hatte. Dort wurden wir von einer mutmaßlichen Borderline-Patientin über das baldige Ende der Welt aufgeklärt. Wir schliefen dann trotzdem ganz ruhig und die Welt steht auch heute noch. Zumindest, soweit wir das auf unserer Insel beurteilen können.