Über uns

Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich, Austria
¡Hola chic@s! Wir haben am 13.06.2009 geheiratet! Unsere Hochzeitsseite findet ihr unter www.hochzeit.plienegger.net (Dies war ursprünglich das Tagebuch unseres Erasmus-Aufenthaltes. Jetzt sind wir wieder zuhause und posten immer wieder Neuigkeiten aus unserer Umgebung.)

Samstag, September 30, 2006

aktuelle Bilder

Das Buffett beim Erasmus-Treffen war sehr gut! (v.l.n.r: Rachel, Doro, Jeanne und Maria)


Maria, Mareike, Doro und Jeanne


Maria leistet Mario geographische Hilfe


Eine interessante Geschichte aus Finnland... (Jeanne, Rachel und Mario)


Im Café 7: Hans, Doro und Johanna


Keine Ahnung, wer sich da ins Bild gedrängt hat!?


Jeanne und Mareike schmeckt das Essen!


COOOOOOL!!


Mareike, Kristian und Jonas, in Fussballgespräche vertieft


Emma und Hans, sicher nicht über Fussball redend


Playa de las Teresitas:

Jeanne und Rachel


Mareike


Johanna, Brechtje, Jeanne, Doro, Jonas


Ein bunter Erasmus-Haufen


Bei Rachel zuhause zum Video-schauen; Jeanne beim Chips-schauen


Es wurde spät... ganz rechts: Fabien, Rachel's Freund



Erasmus-Treffen und viele neue Bekanntschaften

Encuentro en el Ayuntamiento (Treffen im Rathaus)

Am Mittwoch Vormittag gingen wir zu einer "Führung" durch die Medizinische Fakultät. Unser Guide war eine Medizinstudentin, die sehr nett war und viele offene Fragen beantworten konnte. Unser Koordinator hatte allerdings nicht viel Zeit für uns. Sein Auftritt war sehr eigenartig. Er spricht wohl viele Sprachen und man kam sich ein wenig für dumm verkauft vor, als er seine Deutschkenntnisse mit dem Satz "Deutschland über alles" unter Beweis stellte. Wir sollten uns bei ihm nur in eine unnötige Liste eintragen, die er dann (vielleicht) an die Professoren weiterleitet, um sie über die Anwesenheit der Erasmus-Studenten zu informieren. Eine überflüssige Übung, da wir ohnehin unsere Praktikumseinteilung und die Matrikulation selbst organisieren müssen. Und dass wir Erasmus-Studenten da sind, das werden die Professoren wohl selbst bemerken!?
Wir sprachen auch mit vielen von Hans' zukünftigen Kollegen, unter anderem mit Alice aus Graz. Das ist die Studentin, die beim Losen um den Erasmus-Platz verloren hatte und sich dann einen dritten Grazer Medizinplatz in La Laguna selbst erkämpfte.
Am Nachmittag hatten wir wieder Sprachkurs mit ziemlich fortgeschrittenen Übungen. Danach stand erneut ein Erasmus-Treffen auf dem Programm. Wir trafen uns im Zentrum an der Plaza del Adelantado. Im Rathaus wurden wir von der Bürgermeisterin begrüßt, die "ihre" Stadt in den höchsten Tönen lobte. Ihre Rede wurde einerseits auf deutsch übersetzt und etwas uminterpretiert, das ganze aber in gutem Deutsch, andererseits auf Englisch verstümmelt. Ein Beispiel (nur sinngemäß): Ihr werdet eine schöne Zeit in La Laguna verbringen - You can waste a good time in La Laguna. :-) Gut, oder?
Danach wurden wir durch die Altstadt und das Museum für Geschichte geführt. Arno's Gastvater war auch dabei (er selbst nicht) und erwies sich als sehr nett. Er sprach in wunderschönem, deutlichem Spanisch mit uns und war auch dafür verantwortlich, dass wenigstens ein Teil der Führung auch auf Spanisch abgehalten wurde. Aus irgendeinem eigenartigen Grund dachten die Veranstalter, dass wir lieber eine Führung auf deutsch und in gebrochenem Englisch hören würden. Wir sind doch hier um Spanisch zu lernen!
Ehrlich gesagt haben wir von dem Museum nicht viel mitbekommen, obwohl es wohl sehr schön war. Wir nutzten die Gelegenheit, unsere neu geknüpften Kontakte zu pflegen und andere Leute kennen zu lernen. Dazu gehörten u.A. Mareike aus Deutschland, Brechtje aus Holland, Mario (eine StudentIN) aus Finnland, und Rachel's Freund Fabien (Frankreich).
Nach dem offiziellen Teil gab's dann noch ein Buffet und danach machte das Gerücht die Runde, es gäbe eine Bar, in der man für 5€ Eintritt so viel trinken kann, wie man will. Keiner wusste so recht, ob das wahr war, und niemand kannte den genauen Weg, aber der ganze Erasmus-Haufen setzte sich in Bewegung und erreichte wenig später tatsächlich sein Ziel. Allerdings war es erst 22.40 Uhr und die Bar öffnete um 23.00 Uhr, also 23.15-23.30 nach Spanischem Zeitverständnis. Außerdem gab es "nur" das Bier gratis nach dem Eintritt. Nachdem wir mit einigen Leuten geredet hatten, die eigentlich kein Bier wollten, und die Musik und die Atmosphäre dieser Bar uns ohnehin nicht gefielen, beschlossen wir, woanders hin zu gehen. Wir waren in diesem Fall Jeanne, Brechtje, Mario und eben wir beide. Doro und Kristian, die beide am nächsten Tag im Krankenhaus ihr Praktikum fortsetzten, verabschiedeten sich an dieser Stelle und Rachel, die eigentlich auch mit uns mitgehen wollte, entschied sich, vorläufig mit ihrem Freund in die 5-Euro-Bar zu gehen. Unterwegs trafen wir dann noch kurz Sophie, die auch andere Pläne hatte, und dann holte uns Rachel ein, die sich schließlich doch entschieden hatte, mit uns in die andere Bar zu gehen. Das freute uns natürlich alle sehr, besonders Hans, der nun mit fünf hübschen Mädels unterwegs war. :-)
Wir gingen wieder ins Escenario, die Bar, die von den beiden Wiener Schwestern geführt wird, und die sich zwischen einer Schwulen- und einer Lesbenbar befindet. Die Musik war gut, es war nicht zu laut, und so konnten wir uns gut unterhalten. Später setzten sich noch drei besoffene Spanier zu uns. Interessanterweise sind die Canarios anscheinend in betrunkenem Zustand leichter zu verstehen, oder sie haben sich bemüht. Auf jeden Fall war es noch sehr lustig.
Später machten wir uns auf den Heimweg und zeigten Brechtje die nächste Busstation. Wir warteten dort mit ihr fast eine Stunde und nahmen sie schließlich mit in unsere Wohnung, wo wir im Wohnzimmer ein behelfsmäßiges Bett für sie einrichteten.

Café 7 (Café 7)

Am Donnerstag trafen wir erstmals den Besitzer unserer Wohnung. Hans half ihm ein wenig, als er die Dichtung bei einem Waschbecken erneuerte und die reparierte Glastür wieder einhängte, die er vorher beim abmontieren des Waschbeckens beschädigt hatte. Er war ein wenig unsicher, wie er mit Hans reden sollte, so wie viele Österreicher, die mit Ausländern reden, und sprach dann nur in einzelnen Wortfetzen.
Nachmittags machten wir uns nach dem Sprachkurs mit Jeanne und Doro auf den Weg ins "Café 7", wo wir ein weiteres Erasmus-Treffen hatten. Dort trafen wir dann Mareike, Kristian, Emma und David, Jonas (Politikwissenschafter aus Deutschland) und Johanna (neu angekommene Psychologie-Studentin aus Deutschland) und die anderen Erasmus-Leute. Das Café 7 ist ein sehr nettes Café mit guter Musik und ebensolchem Essen, und wir unterhielten uns gut. Um 22.30 machten wir uns auf den Heimweg und vereinbarten für den nächsten Tag ein Treffen am Strand von Las Teresitas in der Nähe von Sta. Cruz.

La Playa y una Peli (Der Strand und ein Film)

Am Freitag Vormittag gingen wir Zutaten fürs Picknick am Strand einkaufen und gaben Hans' Wahlkarte bei der Post auf. Das kostete als Eilbrief, der dann hoffentlich rechtzeitig ankommt, 7,95! Zuhause bereiteten wir dann einen Nudelsalat zu und packten unsere Sachen für den Strand. Jeanne kam uns abholen und wir fuhren mit dem Guagua nach Sta. Cruz. Am Busbahnhof stießen dann noch Rachel, Mareike und Johanna zu uns. Am Strand trafen wir dann fast die ganze Erasmus-Truppe und wir hatten viel Spass. Unser Nudelsalat mit Kichererbsen, Käse, Oliven, Tomaten, Zwiebel und Knoblauch kam gut an, Doro brachte Kekse mit, Brechtje und Jeanne Trauben, und so waren wir auch kulinarisch bestens vesorgt. Abends hatten wir dann gerade noch Zeit fürs Duschen und Fressalien einkaufen, denn später trafen wir uns alle bei Rachel und Fabien zu einem Videoabend. Alle sind in diesem Fall Doro, Jeanne, Mareike, Johanna und wir beide. Der Film "Big Fish" war sehr schön und wir hatten viele gute Sachen zum Essen und Trinken. Rachel und Fabien hatten Tortilla und Serrano-Schinken vorbereitet. Ihre Wohnung ist traumhaft: Groß, gute Lage, tolle Aussicht...
Johanna verabschiedete sich schon früher und Jeanne schlief fast aud der Couch ein, und auch wir anderen waren danach sehr, sehr müde und freuten uns auf einen entspannenden Samstag. Für den Sonntag verabredeten wir uns für einen Besuch im Museo de la Naturaleza y del Hombre (Museum der Natur und des Menschen) in Sta. Cruz.

Donnerstag, September 28, 2006

Kino und "Funny Day"

No estoy hecho para ser amado (Ich bin nicht dafür gemacht, geliebt zu werden)

Diese Überschrift ist der Titel des Films, den wir in Sta. Cruz im Kino gesehen haben. Im Endeffekt waren wir zu fünft: Doro, Jeanne, Sophie, Maria und Hans. Sophie studiert in Deutschland Kommunikationswissenschaften und hier Pädagogik. Der Film handelte, kurz zusammengefasst, von einem Gerichtsvollzieher und dessen Schwierigkeiten, ein normales Leben zu führen. Er kann nicht über persönliche Dinge sprechen, fühlt sich mit seiner Arbeit nicht wohl und hat ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater, der im Altersheim lebt und seinem Sohn nie sagen kann, dass er eigentlich stolz auf ihn ist und ihn liebt. Sehr gute Schauspieler, eine gute Geschichte und Regie machten den Film wirklich sehenswert.

Excursión con los Estudiantes Erasmus (Ausflug mit den Erasmus-Studenten)

Am Dienstag fand der sogenannte Erasmus-Funny-Day statt. Hinter dieser seltsamen Wortschöpfung, die gut das spanische Verständnis der Englischen Sprache charakterisiert, verbirgt sich ein Tagesausflug aller Erasmus-Studenten zum Teide-Nationalpark.











Wir trafen uns um 09.30 beim Campus Central, der sich gleich bei uns um die Ecke befindet. Das Bild zeigt außer Hans noch Kristian (den Dänen) und Sophie am Campus Central.
Von dort fuhren wir mit Bussen in Richtung Cañadas del Teide. Unser erster Stop war ein Mirador (Aussichtspunkt), von dem wir einen schönen Ausblick auf Puerto de la Cruz und den Teide hatten.


Blick auf den Teide...












...und auf Puerto de la Cruz













Jeanne (im Hintergrund Rachel)...















...und Dorothea












Am Nationalpark-Gelände machten wir dann eine ausgiebige Pause und wir konnten ein wenig die weitläufigen Spazierwege erkunden, Leute kennen lernen, zum Beispiel Rachel aus Südfrankreich, die hier Spanisch studieren wird, und David (Physik) und Emma (Chemie) aus Schweden. Nach einer Stunde Aufenthalt ging's weiter zu einem Restaurant, wo wir unser Mittagessen bekamen. Es gab Conejo mit Papas arrugadas (Fleißige Tagebuchleser kennen das schon!) und unsere beiden Fast-Vegetarierinnen Doro und Jeanne bekamen Tortilla. Nach dem (sehr guten) Essen fuhren wir noch ein kurzes Stück mit dem Bus weiter in die Cañadas. Bei einem weiteren beliebten Aussichtspunkt hatten wir erneut Gelegenheit, spazieren zu gehen und ausgiebig zu quatschen. Der Rückweg führte über das Orotavatal wieder nach La Laguna und wir kamen ziemlich geschafft vom vielen Hatschen und Spanisch-reden wieder am Campus Central an.


Der erste Spaziergang durch die Cañadas











Noch einmal der Teide











Doro, Jeanne und Sophie (v.l.n.r.)











Los Roques











Jeanne...




















...und Emma auf dem Heimweg












Es war ein wirklich schöner Tag und wir freuen uns schon auf weitere Erasmus-Treffen und sonstige Aktivitäten.

Montag, September 25, 2006

Eine intensive Woche

Tabú (Tabu)

Der Sprachkurs am Donnerstag war einmal nicht so arbeitsintensiv. Wir haben nämlich "Tabu" gespielt. "Tabu" ist ein Wortratespiel, bei dem man seinem Spielpartner ein Wort erklären muss, ohne die Wörter zu verwenden, die auf einer Liste stehen. Man soll zum Beispiel das Wort "Kuh" erklären, ohne die Wörter "Bauer", "Milch", "Stier", "Tier" und "Fleisch" zu verwenden.
Zusätzlich zu Dorothea waren an diesem Tag auch noch Jeanne (Deutsche Erasmus-Völkerkunde-und-Pädagogik-Studentin) und Alexandro (Griechischer Tourismus-Mensch) in unserer Gruppe.
Abends gingen wir wieder ins Konzert um ein weiteres sehr gutes Programm zu genießen. Die Sänger waren diesmal ein Kanare, der viele Witze gemacht hat, die wir leider nicht verstanden haben und ein zweiter von hier, dessen Beschreibung nicht mehr in einen Nebensatz passt, daher beginnt an dieser Stelle ein neuer Hauptsatz. :-) Besagter Sänger trug eine bunt karierte Leinenhose und ein rotes Leinenoberteil, das er nach einer Weile auszog. Seine Haare waren lang und seine Stirnglatze war von einem Haarband verdeckt, das er ebenso nach einiger Zeit ablegte. Er sang und spielte mit einer Standard-Gruppe bestehend aus Schlagzeug, zusätzlicher Percussion, Bass, Begleit-Gitarre und Keyboard. Er selbst sang und spielte die Lead-Gitarre. Die Themen waren vielfach sozialkritisch, manche erinnerten aber eher (vom Thema her!) an Reinhard Mey. Er sang zum Beispiel ein Liebeslied für "Agua con Gaz", also Mineralwasser mit Kohlensäure. Stilmäßig mischte er wieder Pop, Jazz, einheimische Elemente und fügte einen ordentlichen Schuss Ethno-Musik hinzu. Er experimentierte viel mit seiner Stimmfarbe und hatte einen ziemlich großen Stimmumfang.

Lluvia y Buena Música (Regen und gute Musik)

Am Freitag wollten wir uns im "Parque marítimo", einem Meerwasserschwimmbad in Sta. Cruz, mit Arno zum Schwimmen treffen. Als wir ankamen, begann es allerdings zu regnen, und so warteten wir unter Dach eine Zeit lang ab und beschlossen dann, das Ganze wieder abzublasen. Vorher hatten wir das Gelände und den dazugehörigen Strand erkundet und festgestellt, dass er leider ziemlich verschmutzt war. Die Nähe zum Containerhafen war wohl daran Schuld. Schließlich gingen wir in Sta. Cruz noch in ein Riesen-Einkaufszentrum und fuhren dann wieder heim.


Das letzte Konzert der Reihe gestalteten zwei offenbar sehr bekannte Sänger. Ein Wahl-Canario und ein älterer offensichtlich sehr bekannter Sänger/Gitarrist aus Uruguay. Ersterer war zwar musikalisch nicht so gut wie die anderen, er hatte aber gute Ideen und seine Band setzte traditionelle Instrumente und Techniken sehr kreativ ein (z.B. Muschelhorn, Castagnetten). Der Sänger aus Uruguay spielte fantastisch Gitarre und sang in sehr schönem und gut verständlichem Spanisch hauptsächlich über politische Themen. Für unseren Geschmack ein bißchen zuviel Che-Verherrlichung, aber das muss wohl so sein für einen echten Südamerikaner.
¡Viva la Revolución!

Caminar y Resaca (Wandern und Kater)

Am Samstag trafen wir uns mit Jeanne und Doro um nach Punta del Hidalgo zu fahren. Von dort aus wanderten wir nach Chinamada, einem alten Bergdorf mit Häusern, die in den Berg hinein gebaut sind. Die Wanderung war anstrengend, weil es sehr heiss war und die Strecke fast vollständig ohne Schatten ist. Aber wir machten entsprechend viele und ausgiebige Pausen und hatten so viel zu bequatschen, dass wir meist gar nichts von der Anstrengung merkten. Oben in Chinamada gönnten wir uns kühle Getränke und probierten einige Spezialitäten der kanarischen Küche. Maria bestellte Papas arrugadas, die typischen kanarischen Kartoffeln mit Salzkruste, die man mit Mojo, der kanarischen Sauce, isst. Sehr schmackhaft. Hans, Jeanne und Doro bestellten einen Kichererbsen-Eintopf, der auch sehr gut war. Er enthielt Fleischstücke, die höchstwahrscheinlich vom Conejo, also Kaninchen waren. Zum Nachtisch bestellte jeder etwas anderes und wir kosteten und dann durch: Eine Nachspeise aus Biskuit, Schlag und Kaffecreme, eine aus Biskuit, Schlag und Ananas, und "Quesillo": ein Gericht zwischen Flan und Grieskoch mit Karamell. So gestärkt traten wir den Rückweg an und fuhren mit dem Guagua wieder nach La Laguna zurück. Wir gingen nur kurz heim um zu duschen und trafen uns später zum Ausgehen in der Stadt.


Das folgende Bild zeigt das Ausgeh-Viertel von La Laguna um ca. 3.00 morgens!

Wir besuchten ein Café, das von zwei Wienerinnen geführt wird und aßen dann noch eine Kleinigkeit. Arno stieß auch zu uns und als Doro und Jeanne dann um ca. 3.00 nach Hause gingen, beschlossen wir noch, auf ein (!) Bier in eine Bar zu gehen. Dort gefiel es uns dann so gut, dass aus dem Bier einiges mehr wurde und als wir dann schlafen gingen, war es bereits ca. 4.00. In etwa um 6.00 Uhr begann sich bei Hans schließlich der Whiskey zu rächen und er hatte Mühe, in dem sich immer schneller drehenden Bett ruhig zu schlafen. Schließlich, nach einem kurzen Ausflug zur Toilette, konnte er dennoch einschlafen. Den Sonntag verbrachten wir entsprechend ruhig und bedächtig. Abends gingen wir in die Kirche, wo diesmal jemand Keyboard spielte und ein kleiner Chor sang. Gar nicht schlecht!

Día de Bienvenidos, Welcome Day (Wilkommens-Tag)

Heute, am Montag, fand der Erasmus-Welcome-Day statt. Es war toll, einmal viele andere Erasmus-Studenten zu treffen. Wir sprachen mit vielen und fanden heraus, dass sehr viele Deutsche hier sind. Außerdem gibt es einige Österreicher, Franzosen, Italiener, Portugiesen,... und einen Dänen namens Kristian. Mit ihm wollten wir uns eigentlich noch heute Abend treffen, aber er hat gerade abgesagt, da er noch mit einer Grippe kämpft und nicht riskieren will, den morgigen Ausflug zum Teide-Nationalpark zu versäumen.
Maria darf nun auch endgültig an den Erasmus-Aktivitäten teilnehmen!!! ("Juchu" - Zitat Maria:-)
Auch Doro darf mit, obwohl sie erst eine Absage per email erhalten hatte. Aber Jeanne fragte einfach noch einmal nach und es erwies sich wieder einmal als wahr, was ein weiser Mensch sagte: In Spanien wird alles gut!
Jetzt machen wir uns auf den Weg zum einkaufen, der Kühlschrank ist nämlich schon wieder ziemlich leer. Und dann ab ins Internetcafé, wo wir schon so lange nicht mehr waren.
Und abends fahren wir noch mit einigen Leuten nach St. Cruz um in einer Sparkasse einen Film anzuschauen, der Eintritt ist nur 1,50€. Soweit wir wissen, ist es ein französischer Film mit spanischen Untertiteln. Das wird sicher spannend :-).

Donnerstag, September 21, 2006

aktuelle Bilder

La Cena (Das Abendessen)


Thunfischfilet mit Tomatenreis

















Schweinsfilet auf Toast mit Kichererbsengemüse

Spanischkurs

Am Montag schliefen wir lang, wie es sich für anständige Studenten gehört. Am Nachmittag hatten wir eine weitere extrem intensive Spanischeinheit mit May und diesmal waren wir zu dritt: Dorothea, die deutsche Studentin, die wir im Internet-Café kennengelernt haben, hat in etwa die gleichen Spanischkenntnisse wie wir. Daher hat May uns zu einer Gruppe zusammengezogen. Sie hat zwar gesagt, nur für die eine oder andere Einheit, aber wir vermuten, dass wir jetzt wahrscheinlich zusammen bleiben werden. Uns würde es jedenfalls sehr freuen! May fordert uns wirklich extrem und nach den Kurseinheiten ist unser Hirn regelmäßig nur noch zur grundlegenden Lebenserhaltung, aber zu keinerlei höheren intellektuellen Funktionen zu gebrauchen. Aber das ist zugleich der Riesenvorteil dieses Kurssystems: Die Trainerin kennt uns und weiß genau, wieviel sie maximal in einer Stunde aus uns herausholen kann.
Diese Woche haben wir übrigens bis Donnerstag jeden Tag eine Spanisch-Einheit.
Der Dienstag verlief im Wesentlichen wie der Montag, nur, dass wir wieder einmal auf der Med-Uni waren um zu fragen, wie die Praktikums-Einteilung nun funktioniert. Hans hat erfahren, dass die Plätze erst am Anfang der Vorlesungen eingeteilt werden. Also keine zusätzliche Rennerei dafür!
Der Spanischkurs war wieder erwartungsgemäß gut, wenn auch May etwas müde gewirkt hat. Es muss für sie auch sehr anstrengend sein!
Am Mittwoch trafen wir uns abends mit Dorothea und zwei ihrer Freundinnen (auch Deutsche) und besuchten ein Konzert gleich bei uns um die Ecke. Der Eintritt war gratis und das Programm war ausgezeichnet: Zwei brasilianische Gruppen und ein kanarischer Sänger/Gitarrist traten hintereinander auf. Das Programm umfasste natürlich Elemente spanischer und brasilianischer Musik (wahnsinniges Rhythmusgefühl, grossartige Gitarren), gemischt mit Pop, Jazz und etwas experimentellen Zügen. Besonders genial war ein Schlagzeuger, der mehr wie ein Performance-Künstler als wie ein "einfacher" Schlagzeuger mit seinen Sticks hantierte.
Heute (Donnerstag) ist wieder ein Konzert und wir gehen sicher hin!
Maria war heute wieder kurz auf der Uni, hat aber nichts neues erfahren, und jetzt gehen wir wieder zum Spanischkurs. Diesmal hat May etwas besonderes vor: Wir werden mit mehreren anderen Leuten zusammen in der Gruppe sein und wohl irgendetwas spielen. Wir sind jedenfalls schon neugierig!

Sonntag, September 17, 2006

Der Markt und das Nachtleben von La Laguna

El mercado (Der Markt)

Am Samstag gingen wir am Vormittag zum Markt in die Altstadt. Im Supermarkt gibt es zwar Obst und Gemüse aber im allgemeinen ist das dort weder schön noch billig. Drum wollten wir unser Glück eben am Markt versuchen. Das Obst und Gemüse war zwar auch dort nicht "nachgeschmissen", aber doch deutlich günstiger und vor allem sehr schön. Wir schleppten schließlich Bananen, Trauben, Tomaten, Zwiebel und Süsskartoffel heim.
Auf dem Nachhauseweg hat Hans sich einen "Burrito" (Palatschinke ohne Ei, gefüllt mit allem möglichen - in dem Fall mit Zwiebel, Sojaschnitzel, Avocadocreme, Mojo, Käse,...) gegönnt. Auf der Abbildung sah der Burrito recht klein aus, ausserdem war er ja vegetarisch. Am Ende war es dann aber ein ziemliches "Trumm" und sehr gut. Dass Hans es ganz aufgegessen hat, musste er aber dann daheim büßen, da sich sein Bauch noch nicht völlig erholt gehabt hatte.
Am Nachmittag spielte irgendjemand im Haus Gitarre und hat dazu gesungen. War echt schön. Maria hat sich die meiste Zeit ihrem Buch gewidmet und um 23.00 Uhr haben wir uns mit Arno, dem zweiten Erasmus-Medizinstudenten aus Graz getroffen.

Los bares (Die Bars)

Wir versuchten das Nachtleben von La Laguna zu erforschen. Gleich zu Beginn hatten wir offensichtlich einen Glücksgriff getan, da die erste Bar, die wir ausgewählt hatten gute Musik und angenehmes Publikum bot. Die weiteren drei haben wir im Eilzugstempo durchzogen. Die Musik war furchtbar und das Publikum ebenfalls (Kurzbeschreibung der momentan besonders beliebten Frisur bei männlichen Jugendlichen: seitlich abgeschoren, in der Mitte oben etwas länger und hinten "Gnackmattn" sprich lang - uäh!!!). Wir hatten aber trotzdem viel Spass.

La misa (Die Messe)

Am Sonntag haben wir dann lang geschlafen und sind erst um 13.00 Uhr in die Kirche gegangen. Wir haben uns ein kleines Büchlein mit den Gebeten zugelegt, sodass wir schon einigermaßen "mitreden" können. Die Spanier singen offensichtlich ziemlich gerne, aber die, die in der Kirche gesungen haben, taten das furchtbar falsch. Orgel spielt sowieso nie eine und das "G'sang'l" ist wirklich furchtbar. (Wäre es bei uns wohl auch ohne jede Begleitung - und ist es auch so manchmal...) Sonst war es aber ganz nett, man hat den Pfarrer sogar verstanden. Danach haben wir ein bisschen weitergeputzt, diesmal war der Gefrierschrank dran. Der hatte nämlich dringend eine Enteisung nötig.
Und jetzt sitzen wir wieder einmal im Internet-Café um unser Tagebuch zu aktualisieren.

Nixtun und Wohnung putzen

Dolor de Barriga (Bauchweh)

Der Donnerstag begann für Hans mit einem komischen Grollen im Bauch, das sich beständig weiter entwickelte und über den Vormittag zu einer ordentlichen Magengrippe wurde. Während Hans also hauptsächlich im Bett lag, durfte Maria ihn pflegen und nutzte zugleich die Chance die Küche zu putzen, da unsere Mitbewohner gerade beide für ca. 1 Woche nicht in der Wohnung sind. Abends stieg Hans' Fieber auf 38,5°, aber nach einer ruhigen Nacht (bis auf zweimaliges Leiberlwechseln) schaut heute, also am Freitag, die Sache schon wieder anders aus. Das Fieber ist weg, der Darm beruhigt sich, wenn auch langsam.

Bombillas (Glühbirnen)

Unsere Mitbewohner, ein Soziologie- und ein Architekturstudent, sind offensichtlich beide keine großen Techniker, oder es ist ihnen einfach wurscht, dass mehr als die Hälfte der Glühbirnen in der ganzen Wohnung ausgefallen sind. Heute, am Freitag, beschloss also Maria etwas dagegen zu unternehmen. Wir machten eine Inventur und betrachteten die Lampen einmal näher. Es stellte sich heraus, dass alle Deckenleuchten jeweils 2 Glühbirnen brauchen, und zwar solche mit großem Gewinde und idealerweise kleiner Birne. Leider hatten unsere Mitbewohner mehrfach große Birnen montiert, sodass diese Kontakt zu den Kabeln bekommen hatten und die Kabelisolierungen teilweise bedenklich schwarz waren...Zunächst verteilten wir die vorhandenen funktionierenden Birnen so, dass kein Kabelbrand mehr zu befürchten ist. Dann machte sich Maria auf den Weg ins Einkaufszentrum, wo die Glühbirnen sehr billig sind. Sie kaufte außerdem eine zweite Garnitur Bettwäsche und leichtverdauliches Futter für Hans, der sich inzwischen weiter erholte. Von der ausgewachsenen Magengrippe am Vortag (jede Bewegung war furchtbar anstrengend, sogar nur im Bett zu liegen fühlte sich wie eine sportliche Höchstleistung an) ist nun nur noch ein leicht flaues Gefühl im Magen übrig.

Mittwoch, September 13, 2006

Neue Fotos

Gefunden in einer Buchhandlung in Santa Cruz: Wird anscheinend hier gerne gelesen.

Der Blick in die Bucht bei Punta del Hidalgo, in der wir Baden waren. Blick in Richtung Bajamar.


Hans beim Warten in der "Secretaría" der Med-Fakultät.

Erfolg auf der Uni

Matrícula (Die Immatrikulation, auch: Matrikelnummer und Autokennzeichen)

Am Montag fuhren wir mit dem "Guagua" zur Med-Uni und Hans erledigte seine Matrikulation. Dazu musste er folgende Papiere und Zetteln abgeben (ist vielleicht interessant für nachfolgende Erasmus-Leute). Man nimmt sich ein Kuvert mit, das im Sekretariat aufliegt, wo alle leeren Formulare drin sind, die man ausgefüllt abgeben muss:

- Immatrikulationsformular in das die Lehrveranstaltungen eingetragen werden müssen, die man machen will (und den Ausbildungsstand/Beruf,... der Eltern und sonstige statistische Daten)
- Formular zum Beantragen des Studentenausweises inkl. 2 mit Namen beschrifteter Passfotos

Zudem braucht man:
- Passkopie
- Kopie vom Erasmus-Zertifikat vom Büro für internationale Beziehungen
- Kopie vom Learning-Agreement

Mit dem ganzen und dem Reisepass zur Identifikation muss man dann im Sekretariat vorstellig werden. Die nehmen dir dann das ganze ab und sagen dir, dass du in ein paar Tagen wiederkommen sollst um die fertige Matrikula abzuholen.
Dann haben wir den Computerraum in der "Enfermeria" (Schwesternschule, rundes Gebäude unter der Facultad de Medicina) erkundet. Das Internet ist dort sehr schnell. Momentan ist er aber nur bis 12.00 Uhr geöffnet. Keine Ahnung ob sich das noch ändert.
Am Nachmittag waren wir wieder bei May. Sie ist ganz schön streng, aber man lernt wirklich etwas. Man ist gezwungen zu reden. Wir haben auch gelernt (und das ist wichtig!), dass man in Spanien das Papier nicht in die Toilette werfen darf, sondern in den Papierkorb daneben, weil die Abflussrohre hier enger sind als bei uns. In unserer Wohnung darf man das Papier aber schon ins Klo werfen, das Gebäude ist anscheinend neu genug :-).
Am Abend sind wir wieder in unser "Stamm"-Internetcafé und haben wieder einmal versucht mit Jan und Maria über Skype zu telefonieren. Man glaubt es kaum: Es hat tatsächlich funktioniert!!! Die Übertragungsqualität war sehr gut (besser als am regulären Telefon!) und man bezahlt nur die Internetverbindungskosten.

La Facultad de Geographía y Historia (Fakultät für Geographie und Geschichte)

Am späteren Vormittag des Dienstags besuchten wir den Campus de Guajara, wo sich die geographische Fakultät befindet. Maria schrieb sich die Daten jener Kurse ab, die fÜr sie interessant sind. Danach fragte sie am Seketariat nach, ob es eine Möglichkeit der außerordentlichen Inskription gibt. Die Sekretärin war sehr freundlich und teilte uns mit, dass es eine solche Möglichkeit hier nicht gibt, aber dass Maria einfach informell die Professoren kontaktieren soll. Nach dem sie ein wenig vor dem Büro der ersten in Frage kommenden Professorin hin und her gegangen war, traute sich Maria dann doch anzuklopfen, aber es war gerade niemand anwesend. Die Büros der anderen Professoren fanden wir gleich gar nicht, und so vertagten wir das ganze auf den folgenden Tag. Es war nämlich inzwischen Mittag geworden und daher war es ohnehin nicht mehr wahrscheinlich, einen Professor in seinem Büro anzutreffen. Nach dem Mittagessen im "Alcampo" tranken wir unseren ersten "Cortado", einen starken, kurzen Kaffee mit Milch (und Zucker für Hans!). Wirklich sehr gut! Und wirksam! Den Nachmittag verbrachten wir in der Innenstadt von La Laguna auf der Suche nach einem Bluetooth-Adapter für Hans' neues Handy, damit wir die Handy-Bilder auch vom Telefon auf den Computer und hierher transferieren können. Wir wurden in einem kleinen Geschäft fündig, und das Ergebnis dieses Einkaufs seht ihr an den aktuellen Fotos. Abends trafen wir uns mit Arno, dem anderen diesjährigen Erasmus-Mediziner aus Graz. Wir gingen ein (nein, eigentlich zwei) Bier trinken und unterhielten uns über unsere bisherigen Erfahrungen. Wir verabredeten uns zum "Fuatgehn" am Freitag.

Un buen día (Ein guter Tag)

Am Mittwoch (also heute) war unser erstes Ziel die Geo-Fakultät, wo Maria diesmal die Professorin in ihrem Büro vorfand. Frau Prof. Romero-Ruiz erwies sich als sehr nett und interessiert. Sie unterrichtet vulkanische Geomorphologie und unterhielt sich ausführlich mit Maria über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der geographischen Arbeit in Spanien und in Österreich. Außerdem erteilte sie Maria die Erlaubnis, inoffiziell an ihrer Vorlesung teilnehmen zu dürfen. Nächste Woche wird sich Maria dann noch einmal zu dieser Professorin begeben und dort auch mit einem kanarischen Studenten sprechen, dessen Dissertationsthema die Geomorphologie des Teide ist. Jedenfalls kam Maria mit einem breiten Grinsen und freudig quietschend nach einer halben Stunde aus dem Büro von Prof. Romero-Ruiz und wir fuhren mit dem Guagua hinunter zur medizinischen Fakultät.
Dort holte sich Hans seine vorbereiteten Unterlagen ab. Ja, es war tatsächlich so einfach! Nach der üblichen spanischen Wartezeit in der Schlange (Daran gewöhnt man sich schnell!) bekam Hans ohne Probleme seine Immatrikulationsbestätigung und die Anweisung, € 1,13 bei der Caja Canarias einzuzahlen. Der Betrag ist die Studenten-Versicherung, die auch Erasmus-Studenten zahlen müssen. Die Studiengebühren (höher als in Österreich und abhängig von der Anzahl der zu absolvierenden Kurse) werden einem Erasmus-Studenten ja erlassen. An der Caja-Canarias-Filiale bei uns um die Ecke erklärte man uns schließlich (ebenfalls nach der üblichen Wartezeit - ca. 30 min.), dass man diese Einzahlung nur in einer einzigen Filiale im Zentrum von La Laguna tätigen kann. Später hatten wir eine weitere sehr intensive Sprachkurs-Einheit. May erzählte uns, dass die genannte Bankfiliale auch für die Kanaren die einzige Stelle für offizielle Einzahlungen ist. Außerdem sagte sie uns, dass morgen ein Riesenfest in La Laguna stattfindet inklusive Fuego artificial (Feuerwerk). Die Pyrotechniker stellen sich einem Wettbewerb und es wird wohl ziemlich rundgehen. Wir freuen uns schon darauf!

update:

Wir kommen gerade von besagter Bankfiliale, auf der lustigerweise nicht Caja Canarias draufsteht, sondern "Gestion C" oder so. Das heisst, die Einzahlung ist auch schon erledigt.
Heute waren wir richtig brav, gell?

Montag, September 11, 2006

Matrikulation

Nur kurz, weil das Internet sperrt gleich zu:
Heute waren wir auf der Uni, Hans hat seine Matrikulationsunterlagen erfolgreich abgegeben. Dann wieder Spanischkurs bei May. Am Abend haben wir endlich einen Computer mit Mikro, Kopfhörer, etc. gefunden.

Ein Urlaubs-Sonntag

La Playa (Der Strand)

Am Sonntag waren wir erstmals (endlich) am Strand. Zwischen Bajamar und Punta del Hidalgo befindet sich die Playa del Arenal. Dieser Strand ist offensichtlich ziemlich touristenfrei, obwohl er gut mit dem Bus zu erreichen ist. Das Meer war sauber und warm, der Sand schwarz und heiss und die Sonne schien wieder einmal den ganzen Tag. Ausser dem Sonnenbrand, den Hans sich logischerweise geholt hat (ist aber nicht so schlimm!), war alles perfekt.
Im Anschluss an das Baden haben wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch Punta del Hidalgo unternommen. Es handelt sich leider um einen ziemlichen Touristenort (umso komischer, das an der Playa del Arenal keine solchen waren!), aber das Eis im Café war trotzdem traumhaft.
Besonderes Schmankerl: Vanille-Eis mit frischgepresstem Orangensaft!
Abends sind wir mit dem Guagua (um 95 cent pro Strecke!) wieder nach La Laguna zurückgekehrt und haben in einem neuen Internet-Café mit Jan gechattet. Interessanterweise funktionierte dort die Kamera (wir konnten uns also sehen) aber nicht das Mikrophon. So konnten wir hören, was er sagt, er uns aber nicht. Naja. Schriftlich chatten ist auch ok. Heute probieren wir es vielleicht noch in einem anderen Café.
Zum Abendessen gab es Gofio mit Mojo. Gofio ist eine typische Speise hier, geröstetes gemahlenes Getreide (Weizen, Mais, etc.) das mit Wasser oder Milch oder Suppe angerührt wird und mehr oder weniger flüssig verzehrt wird. Mojo ist auch typisch kanarisch, eine Sauce aus Kräutern, Chilischoten und Öl.

Samstag, September 09, 2006

Eine wundervolle Nachricht

Wieder daheim vom Internet-Café hat sich Hans an den Herd gestellt und das erste Mal in dieser Wohnung etwas gekocht (einen original steirischen "Boansterz"). Mit dem Essen haben wir uns dann in das Wohnzimmer gesetzt und den Abend gemütlich bei einem Film ausklingen lassen.

Rebajas (Abverkauf)

Wieder einmal haben wir etwas länger geschlafen und dann beschlossen, dass es sich nicht mehr auszahlt auf die Uni zu gehen. Am Montag können wir das auch noch erledigen (die meisten anderen reisen erst Mitte September an!). Wir haben uns dann mit Laptop Richtung Stadt begeben um ein Internet-Café mit WLAN zu finden, waren aber leider in dieser Hinsicht erfolglos. Dafür haben wir jetzt ein Miniradio zum Spanisch-Üben. Ausserdem hat Maria jetzt schöne neue Schuhe, ein schönes neues T-Shirt und eine schöne neue Tasche. Tjaja, die "rebajas de verano" (der Sommerschlussverkauf).

Tía y Tío (Tante und Onkel)

Am Abend haben wir uns in eine Pizzeria gesetzt, die Pizza war zwar gut, aber die Atmosphäre war irgendwie komisch. Die Kellner waren ziemlich gestresst, anscheinend weil der Chef grantig war und es war sehr heiss im Lokal. Trotzdem haben wir dort noch mit einem Wein angestossen. Maria wird nämlich Tante (Hans natürlich auch Onkel)!!!! (Juchu, endlich!!!!) Wir wünschen Christian und Karin und ? alles Gute!

Santa Cruz

Wir setzten uns wieder einmal in den "Guagua" und fuhren nach Santa Cruz. Wir schlenderten den ganzen Tag durch die Stadt und ihre Geschäfte. In einem der wunderschönen Parks gönnten wir uns eine Pause und danach wollten wir noch vor unserer Heimfahrt unsere Füsse ins Meer tunken. An dem Ende der Stadt an dem wir uns aber gerade befanden, war leider auch der Containerhafen in der Nähe. Angesichts der "Ölpest", die wir vorfanden, zogen wir es vor, das Baden auf morgen zu verschieben.

Donnerstag, September 07, 2006

Weitere Vorbereitungen für die Uni

La Matriculación (Die Immatrikulation)

Heute waren wir wieder auf dem Med-Uni-Campus, wo Hans seine Immatrikulationsformulare abgeholt hat. Das Ausfüllen wurde vorläufig vertagt. Erstens ist es noch nicht dringend, und zweitens ist das eine etwas heikle Angelegenheit auf spanisch! (Da reichen oft schon deutsche Formulare...) Der Campus erschien gleich viel freundlicher als am Sonntag, da er bevölkert war und die meisten Türen nicht mehr versperrt waren. An die Türgitter müssen wir uns erst noch gewöhnen. Die schaffen eine nicht gerade einladende Atmosphäre. Irgendwie hat man immer das Gefühl, das es verboten ist, durch diese Türen zu gehen. Naja, der normale Kulturschock eben.

aprender español (Spanisch lernen)

Am Nachmittag (nach einer zu kurzen Siesta: Zitat Maria) begaben wir uns zu unserem ersten Spanischkurs. May empfing uns wieder sehr herzlich, erklärte uns noch einmal ihre Methode und die Formalitäten, und danach begann die erste Einheit. In dem Kurs wird nur Spanisch gesprochen und May hält uns dazu an, unsere Fähigkeiten auch unbedingt in die Tat umzusetzen. ("Geht nicht immer in die selben Lokale!" "Versucht, von euch aus auf die Einheimischen zuzugehen!" "Stellt euch vor, ein Spanier wolle in Österreich Kontakte knüpfen!"...) Das in-die-Tat-umsetzen ist nicht immer leicht, aber wir bemühen uns und es ist hilfreich, wenn jemand dahinter ist.
Am Ende der Einheit erhielten wir von unserer "profesora" noch einige Geheimtips über schöne Strände in unserer Umgebung. Mal sehen, was wir ausprobieren werden...

los compañeros de piso (Die Mitbewohner)

Am Abend unterhielten wir uns noch einige Zeit mit unserem zweiten Mitbewohner Jesús (sprich: Che'sus), der sich auch als sehr nett herausstellte. Anfangs hatten wir geglaubt, er sei nicht besonders an Kontakt interessiert, aber er hatte wohl nur viel zu tun gehabt und ist ein etwas ruhigerer Typ.
Morgen wollen die beiden (Jesús und Dani) die Wohnung putzen. Auf unser Hilfeangebot sagte Jesús, dass das ihre Aufgabe sei, weil sie die Wohnung bei unserer Ankunft schliesslich in einen ordentlichen Zustand bringen müssten. Wir sind schon neugierig!

Skype

Übrigens: Falls jemand "skype" benutzt: Unser skype-Name ist: mia-zwa
Wer sich für dieses Service interessiert, kann unter www.skype.com nachschauen. Es handelt sich um einen Dienst, mit dem man vom Internet aus gratis andere Computer anrufen kann, und zu günstigen Tarifen auch "richtige" Telefone erreicht. Dafür ist allerdings eine schnelle Internetverbindung nötig. Eine langsame reicht aber sicher aus für die Chat-Funktion, mit deren Hilfe man auch Bilder schicken kann!

UND ÜBRIGENS!! WO BLEIBEN DIE KOMMENTARE???
(Es ist ganz leicht: einfach auf "comments" unter jedem Eintrag klicken und Kommentar verfassen!)

Fotos


Heute endlich die versprochenen Bilder:

So in etwa war unsere Aussicht vom Flieger nach Madrid...

Und das ist der Sölkpass von oben. Das geschulte Steirerauge (und wohl auch das norddeutsche) erkennt sogar die Strasse und die drei Kaltenbach-Seen:

Das Zimmer in der Pension Padrón:

Und unser jetziges Zimmer:

Mittwoch, September 06, 2006

Es geht bergauf!

La busqueda continua (Die Suche geht weiter)

Am Montag wollten wir erst die Sprachschule "Dracma" suchen, die uns von Verena empfohlen worden war. (Verena war im vergangenen Studienjahr hier) An der - auch im Internet - angegebenen Adresse befand sich die Schule aber nicht mehr! Ausserdem schien sie niemand zu kennen: Nicht der Kiosk-Betreiber vor dem Haus, nicht die Bankangestellten in der Bank im selben Gebäude... Alle waren aber sehr bemüht, uns Auskunft zu geben. Der nächste Weg führte und wieder zum "Alcampo" um dort ein Handy zu kaufen. Der Verkäufer war unglaublich freundlich, kompetent und zuvorkommend - bei uns in der Mobilfunkbranche eine unmögliche Kombination. Nun waren wir also stolze Besitzer zweier Mobiltelefone mit Wertkarte des spanischen Betreibers "amena". Übrigens: Unsere spanischen Nummern:
+34 692 441 015 (Maria) und +34 645 243 519 (Hans).
Mit diversen Billiganbietern sind wir aus Österreich um ca. 30 Cent/min zu erreichen.
Auf dem Heimweg sammelten wir fleissig weiter Zettel. Beim Postamt fragten wir noch einmal nach der Adresse der Sprachschule. Auch dort schien sie niemand zu kennen, aber der Beamte, den wir fragten, trommelte die ganze Filiale zusammen. Er meinte am Ende, wir brauchen ohnehin keine Sprachschule, aber wir könnten am nächsten Tag wieder kommen, wenn der Briefträger da sei.
"Daheim" angekommen machte sich Hans wieder ans Telefonieren. Diesmal waren wir erfolgreicher: Am selben Tag konnten wir gleich drei Wohnungen besichtigen, am nächsten Tag noch eine.
Die erste Wohnung, die wir daraufhin besuchten, nennen wir liebevoll die Kifferhütte. Ein braungebrannter Spanier öffnete uns "oben ohne" die Tür und zeigte uns die Wohnung. In der Küche sass sein Mitbewohner. Offensichtlich waren sie gerade dabei gewesen, Lederbänder zu knüpfen, die sie dann abends auf der Strasse verkauften. Eigentlich war die Wohnung gar nicht so übel, das Bad war sauber, aber zwei Argumente sprachen dennoch dagegen: Der eine Bewohner wurde nicht fertig zu betonen, wie frei und entspannt die Atmosphäre hier sei. Wir konnten also nicht sicher sein, dass er nicht einmal in Hans' Abwesenheit nackt im Zimmer vor Maria stehen würde und die Freiheit ein weiteres Mal betonen würde. Zum anderen konnten wir nicht ruhigen Gewissens unsere Eltern, die uns besuchen werden, in diese Wohnung einladen! :-)
Wohnung Nummer 2 gehörte einem Verkäufer-Typen, der über den Preis nur sagte, wir würden uns schon einigen. Die Wohung war gleich neben unserer Pension und bot von der Dachterasse aus einen sehr schönen Ausblick. Aber wieder hatten wir keine Studenten als Mitbewohner zu erwarten.

Wohnung Nummer 3 haben wir nach 2 Stunden Verspätung endlich gefunden. Davor hatten wir - welch glückliche Wendung des Schicksals - Dorothea, die deutsche Studentin wieder getroffen! Sie kannte nämlich die aktuelle Adresse der Sprachschule "Dracma", und nun verabsäumten wir es nicht noch einmal, mit ihr die Telefonnummern auszutauschen. Besagte Wohnung wurde von einem Architektur- und einem Soziologie-Studenten bewohnt, ersterer aus Icod/Teneriffa, zweiterer aus Las Palmas/Gran Canaria. Was sollen wir sagen? Das Zimmer war schön, die Lage ist sehr gut, wir hatten Studenten als Mitbewohner: Wir sagten sofort zu! Dani, der Architekturstudent, sagte uns, er würde uns per SMS verständigen, wenn er sich mit seinem Mitbewohner beraten hatte. Er sagte noch in der selben Nacht zu!

Nos instalamos (Wir richten uns ein)

Am Dienstag zogen wir dann aus der Pensión Padron aus und in unser neues WG-Zimmer ein.
Danach gingen wir zum Büro für internationale Beziehungen, wo uns Javier Darias Ossorio, der zuständige Koordinator sehr freundlich empfing. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, nun von einem Büro zum anderen geschickt zu werden, aber nichts dergleichen passierte. Der Koordinator war perfekt organisiert, er kramte Hans' Erasmus-Unterlagen aus einem Ordner hervor, übergab ihm eine Mappe mit Studentenausweis und diversem Info-Material und kündigte den am 25. September stattfindenden Erasmus-Welcome-Day an. Er erteilte auch Maria bereitwillig und kompetent Auskunft, obwohl er eigentlich nur ein Erasmus-Koordinator ist. Auf die Frage, ob Maria auch an den Erasmus-Willkommens-Aktivitäten teilnehmen dürfe, sagte er, dass er auch gerade daran gedacht hatte. Er beriet sich kurz mit einem Kollegen und meinte, dass es kein Problem sei.
Am selben Tag mussten wir noch ein Doppelbett besorgen. Wir begaben uns also erneut zum "Alcampo" und zum "Ikea", der sich gleich daneben befindet. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschieden wir uns schliesslich für den Kauf eines 202x153x56-cm-grossen Luxusluftbettes mit fernbedienbarer eingebauter Pumpe. Mit diesem Monstrum und einigen weiteren notwendigen Utensilien (Decken, Bettwäsche, ...) kehrten wir mit dem Guagua zu unserer Wohnung zurück. Dort bauten wir das vorhandene Bett ab, stellten ein wenig die Möbel um und liessen das Luftbett sich aufblasen :-). Es ist wirklich sehr bequem! (Und quietscht nicht!) In der Wohnung sind zwei Bäder, das kleinere davon steht uns zur Verfügung.
Ein wenig werden wir zwar noch da und dort putzen müssen, aber sonst ist alles schön und gemütlich.

La escuela de idiomas (Die Sprachschule)

Heute (Mittwoch, 5.9.) haben wir laaaange geschlafen und uns dann zur aktuellen Adresse der Sprachschule begeben. May Dracma, Betreiberin und offensichtlich alleinige Lehrerin der Schule empfing uns und teilte uns die Bedingungen mit: Der Kurs kostet € 110,-- für 18 Stunden. Die Zeiteinteilung ist frei, pro Woche sind jeweils zwei Einheiten zu je 1,5 Stunden vorgesehen. Die Maximale Teilnehmerzahl pro Kurs beträgt 4 (Vier, kein Scherz!). Die minimale 1 :-). Morgen um 16 Uhr beginnt unser persönlich auf unsere Bedürfnisse abgestimmter Unterricht. Wir sind schon neugierig!
Später haben wir heute beim Spar (!) Putzmittel und Toilettartikel eingekauft und jetzt geht's wohl noch einmal zu "Alcampo" und Ikea, wo wir eine Tagesdecke kaufen werden, nachdem wir das Bett gleichzeitig als Couch verwenden. Ausserdem gibt's dort Restaurants und uns knurrt der Magen!

Dienstag, September 05, 2006

Die ersten Schritte

So, heute haben wir endlich Zeit gefunden, unser Tagebuch zu beginnen. Es ist in den letzten 4 Tagen so viel passiert, dass wir jetzt sicher nicht alles richtig niederschreiben können. Aber fangen wir von vorne an:

El vuelo y la llegada (Flug und Ankunft)
(Wie ihr seht haben wir in die Überschriften einen gratis Spanischkurs integriert!)

Nachdem wir Gott sei Dank ohne Probleme den check-in in Wien passiert hatten, bestiegen wir den Spanair-Flieger nach Madrid. Dank der niedrigen Flughöhe und des grossartigen Wetters (die Bergspitzen angezuckert, klare Sicht) war der Flug ein aussergewöhnliches Erlebnis! (Fotos folgen später) Wir (vor allem Maria!) konnten sogar einige Gipfel identifizieren (z.B.: Sölkpass mit den Kaltenbach-Seen).
Leider war der Flug von Madrid nach Teneriffa etwas weniger angenehm. Nein. Eigentlich war er furchtbar! Einige Fakten:

  • Das Boarding wurde verzögert, weil Arbeiter irgendetwas am vorderen Fahrwerk zu tun hatten...
  • Die Klimaanlage war kaputt, dh am Boden brütende Hitze, in der Luft war es dann besser.
  • Die Sitze waren so eng, dass wir fast einen Schuhlöffel zum Aussteigen gebraucht hätten. (Ja, auch Maria!)

Nach der Ankunft spuckten unsere Nebenieren noch einmal ordentlich Adrenalin, aber als wir unser Gepäck vollständig und unversehrt in Empfang genommen hatten, war die Welt wieder in Ordnung. (Die Plastikfolie hat offensichtlich gute Dienste geleistet. Sie war an manchen Stellen ramponiert.)
Das Taxi brachte uns dann sehr schnell und günstig zu unserer Unterkunft, der Pensión Padron. Die Hauswirtin empfing uns herzlich, leider war das Zimmer trotzdem furchtbar. Es war extrem heiss, feucht und muffig. Das Fenster liess sich bequem auch von aussen (vom Gang aus) öffnen, sodass wir gezwungen waren, alle unsere Wertsachen ständig mit uns herumzuschleppen. Aber jetzt sind wir in Form!!!
Wir beschlossen den Tag unserer Ankunft mit einer Erkundungstour durch das Stadtzentrum von La Laguna und mit einem "perrito caliente" (wörtl. warmer Hund, auch hot dog genannt) mit Avocadocreme - pervers, aber gut - und einer "hamburguesa" (Hamburger, in diesem Fall mit Fleischlaberl, Schinken, Omelett, Tomate, Salat, Mayonnaise und noch einigem mehr, dessen wir uns nicht mehr entsinnen können - McDonalds sollte einmal solche Burger sehen!)

el guagua (der Autobus)

Am Samstag versuchten wir, bei einem Info-Kiosk einen Stadtplan von La Laguna zu bekommen. Auf spanisch natürlich - anders geht's eh nicht. Die Dame zeigte uns einen ca. A4-grossen Zettel, der kaum die ganze Altstadt umfasste, und begann, uns die Sehenswürdigkeiten zu erklären. Wir unterbrachen sie sträflicherweise und informierten sie, dass wir keine Touristen, sondern Studenten seien, die wissen wollten, wo sich die Universität befände. Kurz unterbrach sie tatsächlich ihre Aufzählung um uns rügend zu fragen, ob denn deswegen etwa die Sehenswürdigkeiten weniger wichtig wären! So hörten wir uns geduldig alles an und verliessen den Kiosk genauso schlau wie zuvor.
Als nächstes besuchten wir die grosse Markthalle. Bei einem sehr freundlichen Trafikanten kauften wir uns ein Bonobus-Ticket, mit dem man billiger Guagua (sprich: wuawa) fahren kann. Der Trafikant sagte uns auch, wo wir eine Buchhandlung finden könnten, nachdem er unseren Info-Kiosk-Plan belächelt hatte.
Bewaffnet mit einem neuen grossen Stadtplan (Marias Augen begannen zu leuchten!) machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle und fuhren in Richtung Uni. Ein Problem stellten dabei die Bushaltestellen dar, die nicht mit Namen, sondern nur mit langen Nummern beschriftet sind, die kein Mensch benutzt und die auch nirgends verzeichnet sind. Darum drehten wir eine Ehrenrunde bis Santa Cruz. Aber beim 2. Versuch fanden wir schliesslich die Med-Uni. Zwar waren alle Büros natürlich am Samstag geschlossen, aber wir konnten uns einmal grob orientieren. Das ganze Uni- und Krankenhausgelände ist recht kompliziert gestaltet und man steht immer wieder vor Baustellen-Absperrgittern und verschlossenen Toren, die dann oft grosse Umwege notwendig machen. (An dieser Stelle möchten wir uns für die falsche "ss"-Schreibung entschuldigen, aber auf spanischen Tastaturen gibt es kein scharfes "s".)
Nachdem wir in der brütenden Hitze die Uni erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg zum Einkaufszentrum "Alcampo", durchaus vergleichbar mit Graz Webling oder Citypark, und deckten uns mit Getränken und Jause ein.
Abends trafen wir im Internetcafé eine deutsche Studentin, die uns sagte, dass wir an den Telefonzellen nach Zetteln mit Wohnungsinseraten Ausschau halten sollten. Es folgte die Rückkehr in unsere edle Residenz. :-)


el día de frustración (der Frust-Tag)

Am Sonntag begannen wir mit der Wohungssuche. Zuerst kauften wir an einem Zeitungskisok eine Telefonwertkarte, dann begaben wir uns zur nächsten Telefonzelle. Hans hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Vermieter anzurufen. Das war aber gar nicht so leicht! Die Kanaren mit ihrem s-losen Akzent sind teilweise von Angesicht zu Angesicht schon schwer zu verstehen, aber erst am Telefon!?
Nach einigen Absagen durften wir schliesslich die erste Wohnung besichtigen. Sie gehörte einem Bediensteten des Astrophysik-Institutes (Professor?) und war eigentlich recht schön. Nur schien der Vermieter sehr, sehr pingelig und auf absolute Ruhe bedacht zu sein. Ausserdem wollte er, obwohl in dem Zimmer ein Doppelbett stand, es lieber an eine Person vermieten. Er hätte sich dann wohl doch erweichen lassen, aber die Aussicht, ihm dafür dann ständig dankbar sein zu müssen, gepaart mit seiner pingeligen Art und keinen anderen Studenten in der Nähe war uns zu viel.
Am Ende entdeckten wir, dass wir die Telefonwertkarte in der Aufregung im Apparat vergessen hatten. So konnten wir an diesem Tag auch nicht weitertelefonieren.
Es begann der grosse Frust. Wir hatten auf einmal das Gefühl, wir müssten ewig im stinkenden Pensionszimmer bleiben und fühlten uns fast eingesperrt. Ohne Aussicht auf eine Wohnung verlor natürlich auch die Stadt jeglichen Reiz.
Um uns etwas zu erholen, wollten wir uns in eine Kirche setzen. Die erste, die wir fanden war natürlich versperrt. Die zweite auch, aber nachdem wir auf der Bank davor Platz genommen hatten, bemerkten wir nach einiger Zeit, dass jemand inzwischen ein Portal geöffnet hatte. Wir gingen also in die Kirche hinein und hatten sogar das Glück, genau zu einer Messe zurecht zu kommen. Nach dieser Auszeit hatten wir schon einen etwas anderen Blickwinkel auf unsere Situation, wir hatten schliesslich erst einen Tag gesucht! Was hatten wir erwartet?